Paul Auster

  Bevor Paul Auster den literarischen Durchbruch schaffte, hielt er sich als Übersetzer und Rezensent über Wasser, lebte: Von der Hand in den Mund. Seine "Chronik früher Fehlschläge", in diesem Jahr bei Rowohlt erschienen.

Sein neuestes Buch, Timbuktu, ist fertiggestellt. In Erwartung der deutschen Übersetzung gibt es reichlich Gelegenheit, neu oder auch immer wieder aufs Neue von der faszinierenden Intelligenz der Austerschen Erzählkunst in Atem gehalten zu werden:

Die Erfindung der Einsamkeit
Im Land der letzten Dinge
Mond über Manhattan
Die Musik des Zufalls
Leviathan
Mr. Vertigo
Das rote Notizbuch

Wer in seiner Auster-Bibliothek noch Lücken hat, findet im Rowohlt Taschenbuch Verlag, rororo, alles, was in deutscher Übersetzung von Auster erschienen ist.

Nicht zuletzt natürlich Die New York-Trilogie.

Mit einer falschen Nummer fing es an... So der erste Satz der Trilogie in Stadt aus Glas. Es kulminierte in einem fulminanten Verwirrspiel, das die Comic-Künstler Paul Karasik und David Mazzucchelli auf den Plan rief. Paul Auster selbst stellte begeistert fest, daß die Comic-Version dem Original näherkomme als eine Verfilmung, "weil sie etwas verdichtet und ausstrahlt, was nur in der Zeichnung erreicht werden kann.

Sie wollen wissen, wo Quinn, Austers Held aus "Stadt aus Glas", genau langgelaufen ist, bei seinem langen Marsch kreuz und quer durch die Metropole? Dann sind Sie genau richtig in dem sehr persönlichen Bildband: Paul Austers New York, jüngst bei Gerstenberg erschienen. Austers langjähriger Freund Gérard de Cortanze spürt nicht nur die Stationen von Austers Biographie auf, sondern auch - wie könnte es anders sein?! - die Schauplätze seiner Romane.

Bevor Auster die Stimme der Prosa fand, schrieb er Gedichte: Disappearances - von Danièle Robert auch in die Sprache übertragen, die Auster als Übersetzer und Herausgeber einer Anthologie französischer Lyrik selbst so gut kennt. Für unser französisches Publikum: Disparitions.

Austers Hunger nach der großen Literatur war groß. Seine Essays - über die Kunst des Schreibens, des Übersetzens und über Autoren wie Kafka, Beckett, Knut Hamsun, um nur einige zu nennen, sind versammelt in: The Art of Hunger, in Frankreich bei Actes Sud.

"Entdeckt" vom Filmemacher Wayne Wang: Auster, der Drehbuchautor! Inspiriert von einer Kurzgeschichte entstanden Smoke, 1995 mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet, und Blue in the face.

Bei Lulu on the bridge führte er jetzt zum ersten Mal auch selbst Regie. Bereits bei rororo: das Buch zum Film, mit Drehbuch, Interviews und Hintergrundinformationen.

Zum Schluß noch ein Tip für Frankophone: Gotham Handbook: ein literarisches Spiel, das Sophie Calle mit Austers Roman Leviathan treibt.

Eine gelungende Verquickung von Realität und Fiktion.

Ganz im Sinne des Autors!