arteIngrid Bergman
Intermezzo
Stromboli
Das Gesicht Einer Fran
Herbstsonate
Montag, 8. Januar 2001
22.35

Walpurgisnach
(Valborgsmassoafton)


Von Gustav Edgren
Spielfilm, Schweden 1935, 75 Min.,
Schwarz-weiß
Deutsch-Französische Erstausstrahlung


Lena Bergström ist die Sekretärin des unglücklich verheirateten Unternehmers Johan Borg, in den sie hoffnungslos verliebt ist. Borg ist überzeugt, dass ein Kind seine Ehe retten könnte, seine Frau möchte jedoch keines bekommen. Als Clary Borg doch ungewollt schwanger wird, lässt sie das Kind bei einem Scharlatan abtreiben. Doch die Abtreibung kommt ans Licht, da die Unterlagen aus der Praxis gestohlen wurden und sie fortan erpresst wird. Trotz seiner Enttäuschung ist Johan Borg bereit, die geforderte Summe zu zahlen. Bei der Übergabe des Geldes kommt es jedoch zu einer Auseinandersetzung, während derer seine Frau den Erpresser erschießt...

,,Walpurgisnacht" erscheint aus heutiger Sicht als ein inhaltlich fragwürdiger Film, im damaligen Kontext war eine Auseinandersetzung mit dem Thema Abtreibung allerdings im Kino schlicht noch tabu. Ingrid Bergman verkörpert in diesem Film eine junge, liebende und hingebungsvolle Frau, die stolz und ohne Einschränkung zu ihrer Liebe steht - ein Rollenbild, das Ingrid Bergman auch schon in ihren frühen Filmen ,,Brandung", ,,Graf von der Mönchsbrücke" und ,,Juninacht" verkörperte. ,,Walpurgisnacht" akzentuiert das Bild der starken, selbstbewussten und unbeirrbaren Frau, die Ingrid Bergman auch in ihrem Privatleben war.

Als der Film 1941 nach jahrlangen Schwierigkeiten mit der Zensur endlich in den USA herauskam, schrieb die ,,New York Daily News": ,,Dieser Film ist eine Frucht vom verbotenen Baum der Zensur und hinterlässt beim Zuschauer aus zwei Gründen einen starken Eindruck: Zum einem nimmt er, rein als aufwühlendes Drama betrachtet, den Zuschauer durch seine dramatischen Verwicklungen fest in den Griff; zum anderen verblüfft es auch den, der sich durch die Kinodramatik nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt, durch den erstaunlichen Umstand, dass ein derart heikles Thema wie die Abtreibung überhaupt seinen Weg auf das Zelluloid gefunden hat. Auf jeden Fall hat dieser schwedische Film eine emotionale Qualität, über die man nicht hinwegsehen kann, und dazu eine Besetzung von fähigen Darstellern von großer Aufrichtigkeit... Einer der besten schwedischen Filme seiner Zeit und ein Werk, das in aller Welt Aufsehen erregen wird!".

 

Ingrid Bergman