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DIE
PREISTRÄGER

GOLDENER
BÄR
INTIMACY
(Intimacy) von
Patrice CHEREAU


GROSSER PREIS
DER JURY, SILBERNER BERLINER BÄR
SHI QI SUI DE DAN
CHE (Beijing Bicycle)
de WANG XIAOSHUAI
PREIS DER JURY,
SILBERNER BERLINER BÄR
ITALIENSK FOR BEGYNDERE
(Italian for Beginners)
von LONE SCHERFIG
SILBERNER BÄR
FÜR DIE BESTE DARSTELLERIN
KERRY FOX für
INTIMACY von Patrice CHEREAU
SILBERNER BÄR
FÜR DEN BESTEN DARSTELLER
Benicio DEL TORO für
TRAFFIC von Steven SODERBERGH
SILBERNER BÄR
FÜR DIE BESTE REGIE
LIN CHENG-SHENG für
AI NI AI WO (Betelnut Beauty)
DER ALFRED-BAUER-PREIS
FÜR DEN BESTEN ERSTLINGSFILM
LA CIENAGA von Lucrecia
MARTEL (The Swamp)
DER AGICOA PREIS
" DER BLAUE ENGEL " FÜR DEN BESTEN EUROPÄISCHEN FILM
PATRICE CHEREAU für
INTIMACY
SILBERNER BÄR
FÜR EINE HERAUSRAGENDE EINZELLEISTUNG
RAUL PEREZ CUBERO
(KAMERA) für YOU'RE THE ONE
DER " PIPER
HEIDSIECK NEW TALENT AWARD"
ANGELICA LEE SINJE
für ihre Rolle in AI NI AI WO (Betelut Beauty) von LIN CHENG-SHENG,
CUI LIN und LI BIN für ihre Rollen in SHI QI SUI DE DAN CHE (Beijing
Bicycle)
GOLDENER BÄR
FÜR DEN BESTEN KURZFILM
AME NOIR (Black Soul)
von MARTINE CHARTRAND
SILBERNER BÄR
FÜR DEN BESTEN KURZFILM
JUNGLE JAZZ : PUBLIC
ENEMY #1 von FRANK FITZPATRICK
Der "TEDDY"
FÜR DEN BESTEN KURZFILM
ERE, MELA, MELA von
DANIEL WIROTH
Dieser Kurzfilm wird am 18. Juni 2001 auf ARTE ausgestrahlt

EXKLUSIV
Interview mit Jacqueline
BISSET
Jury 2001
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Jacqueline
BISSET
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WEITERE
PREISE

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DAS
GOLD DER ERDE
Großbritannien, Kanada,
2000, 120 min
Regie: Michael Winterbottom
mit Peter Mullan, Wes Bentley, Nastassja Kinski, Milla Jovovich
Sektion: Wettbewerb

In
den Weiten der eisigen Sierra Madre ist es zwar nicht zu verantworten
aber es ist auch nicht besonders überraschend, wenn ein junger Mann seine
Frau und sein Baby gegen Goldstaub tauscht. Die Gier nach Gold beherrscht
die Herzen der Menschen, obwohl es soviel besser wäre sich in der eisigen
Kälte an einen anderen warmen Körper zu schmiegen. Doch dazu gibt es die
Frauen in der aus dem Boden gestampften Stadt Kingdom Come, die auch gegen
Geld oder Gold ein wenig Wärme abgeben. Die schwerkranke Elena (Nastassja
Kinski) kommt mit ihrer hübschen Tochter Hope (Sarah Polley) nach Kingdom
Come. Der Pionier und Patriarch Dillon (Peter Mullan) erkennt in ihr die
Frau, die er einst geliebt und gegen Gold verkauft hat. Er will alles
tun, was in seiner Macht steht, um die Fehler von damals wiedergutzumachen,
doch letztlich wird genau dadurch nur alles noch viel schlimmer. Nach
seinen sehr zeitgemäßen Filmen "Wonderland" und "I want
you" widmet sich der britische Regisseur Michael Winterbottom erneut
einer Thomas Hardy-Adaption, dem Roman "The Mayor Of Casterbridge".
Winterbottom reüssierte bereits mit seiner ersten Thomas Hardy-Adaption
"Jude" (mit Kate Winslet und Christopher Eccleston) international.
"The Claim" spielt im Jahre 1867 in den Schneewüsten der Sierra
Nevada. In wunderschönen, großflächig weißen Bildern vermittelt der Film
das Gefühl einer wirklichen Eiswüste. Kameramann Alwin Kuchler arbeitet
mit Momenten der Unschärfe, die wie beschlagene Fensterscheiben immer
nur einen Teil zeigen. Sie zeichnen die Wirklichkeit weich. Wie Elena,
die ihrer Tochter Hope zu Liebe Dillon als einen reichen Verwandten einführt,
und nicht als ihren Vater, der sie beide verkauft hat. Als Elena stirbt
und Hope die Wahrheit erfährt, reagiert sie nicht wie die anderen Seelen
von Kingdom Come, die allesamt käuflich sind. Sie will das Geld Dillons,
das sie durch den Tod der Mutter erbt nicht. Sie läßt ihn einfach stehen,
einen armen alten Mann ganz alleine todtraurig in der Eiswüste. Der weiß
keinen anderen Ausweg als alles in Brand zu setzen und sich dann dem Tod
der Kälte zu überlassen. Sein Tod aber bringt keine Läuterung, die Geier
Kingdom Comes kreisen bereits über den Ruinen der ausgebrannten Bank und
schreien gierig stakkatohaft ihren Kampfschrei in die unbesiegbare Kälte:
"Gold, Gold!"
Nana Rebhan

EXKLUSIV
DAS GOLD
DER ERDE
Interview mit Michael Winterbottom
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Michael
Winterbottom
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Beijing
Bicycles
Regie: Wang Xiaoshuai
Mit Li Bin, Cui Lin, Zhou Xun

 "Beijing
Bicycles" von Wang Xiaoshuai ist der zweite Film einer ostasiatischen
Metropolen gewidmeten Reihe und der letzte Film einer Flut asiatischer
Spielfilme, die bei den Festivalbesuchern in den letzten zehn Tagen angesichts
des ungleichen Wettbewerbs für Verwirrung gesorgt haben. Traditionell
werden die besten Filme an den letzten Festivaltagen gezeigt, und "Beijing
Bicycles" scheint dies zu bestätigen: Nach dem enttäuschenden "Betelnut
Beauty" von Lin Chen-sheng - dem ersten Film der Reihe - liegt nun ein
äußerst gelungenes Werk vor, das erstaunlicherweise nicht der chinesischen
Zensur zum Opfer fiel. Der Regisseur erzählt von den grausamen Lehrjahren
des Landjungen Guei, den die Armut nach Peking treibt und der dort sein
Dasein als Laufjunge fristet. Der arglose Guei ist den Tücken des Großstadtlebens
nicht gewachsen und erlebt die Brutalität des täglichen Überlebenskampfes
in voller Härte. Sein Fahrrad, das wichtigste Arbeitswerkzeug, kommt ihm
abhanden und gerät in die Hände des Studenten Jian, eines typischen Kindes
der Großstadt. Die Jahre der kommunistischen Diktatur haben aus Jian einen
Einzelkämpfer gemacht, der sich nur noch auf sich selbst verlässt. Jahrzehnte
des Kommunismus und die Öffnung des Landes für den Kapitismus haben eine
Generation hervorgebracht, die keine Illusionen mehr hat und die vor Skrupellosigkeit
und Gewalt nicht zurückschreckt, um ihr eigenes Überleben zu sichern.
Anhand von Gueis Schicksal zeigt Wang Xiaoshuai die Veränderungen auf,
die in der zeitgenössischen chinesischen Gesellschaft vonstatten gehen.
Nur mithilfe des Fahrrads können der naive Guei und der gewiefte Jian
ihre prekäre Existenz sichern; andernfalls bleibt ihnen nur ein Dasein
am Rande der Gesellschaft. Die beiden jungen Männer stehen für eine zur
Untätigkeit verurteilten Gesellschaft, in der die Solidarität dem Überlebenskampf
zum Opfer gefallen ist und in der die menschlichen den materiellen Werten
gewichen sind. Wang Xiaoshuai ist es gelungen, diese Veränderungen mit
einer Schärfe und Präzisison aufzuzeigen, die niemanden unberührt lassen.
Julien Welter



Julie
Johnson
Sektion: Panorama
Regie: Bob Gosse
Mit Lili Taylor, Courtney Love, Noah Emmerich
USA 99 Min.
Lili
Taylor und Courtney Love sind Künstlerinnen, die Kultstatus haben und
immer wieder bewusst Grenzen überschreiten. Bob Gosse hatte den genialen
Einfall mit beiden einen Film zu drehen. Lili Taylor wurde in Emir Kusturicas
"Arizona Dream" entdeckt und spielte u.a. auch in "The Addiction", dem
bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere. Die Rock'n'Roll und Trash-Ikone Courney
Love, Sängerin der Band "Hole" und Ehefrau des verstorbenen Kurt Cobain,
hat ihre wilden Jahre hinter sich - und wurde von Milos Forman für die
Leinwand entdeckt ("Larry Flint", "Man on the Moon"). Eigentlich hätte
diese Besetzung zu einer explosiven Mischung führen müssen, zu Trash-Dialogen
und Schlammschlachten, doch entstanden ist zum Erstaunen Vieler ein melancholischer,
gefühlsintensiver Film. Und gerade dies macht seine Schönheit aus: Die
beiden vor Temperament nur so sprühenden Künstlerinnen üben sich in Zurückhaltung.
Die Handlung an sich ist eher klassisch, doch an den entscheidenden Stellen
besticht der Film durch große Sensibilität. Die Hausfrau Julie Johnson
(Lili Taylor) entdeckt ihre Leidenschaft für Naturwissenschaften und entscheidet
sich für ein Studium. Dies geschieht gegen den Willen ihres Macho-Ehemannes,
den sie bald darauf vor die Tür setzt. Ihre beste Freundin Claire (Courtney
Love) tut es ihr gleich und zieht bei Julie ein. Die Beziehung zwischen
beiden Frauen gewinnt immer mehr an Intensität, bis Julie Claire schließlich
ihre Liebe gesteht. Claire begleitet Julie ein Stück auf dem Weg der Emanzipation,
doch als zu viel auf dem Spiel steht, zieht sie sich zurück. "Ich erkenne
dich nicht mehr", sagt sie zu ihrer Freundin. Julie zahlt für ihre konsequente
Emanzipation einen hohen Preis: Am Ende des Films steht sie fast völlig
allein da. Die beiden Hauptdarstellerinnen zeigen in "Julie Johnson" die
ganze Bandbreite und Vielseitigkeit ihres Könnens: Vor den Augen des Zuschauers
vollzieht sich in Julie eine subtile Wandlung, deren Tragweite erst am
Ende des Films deutlich wird; eine Entwicklung, die von Claire nicht mitvollzogen
werden kann und bei ihr Verzweiflung auslöst. Eine beeindruckende schauspielerische
Leistung.
Yann Gonzalez

"STANLEY
KUBRICK: A LIFE IN PICTURES":
Berlinale 2001: Sondervorführung.
Dokumentarfilm von Jan Harlan.
Verleih: Warner Brothers Home Video.
"2001: A SPACE ODYSSEY".
Regie: Stanley Kubrick.
Zum
Abschluss seines letzten von 22 Jahren als Leiter der Berliner Filmfestspiele
blickt Moritz de Hadeln in die Zukunft. Das dritte Jahrtausend hat im
Kino schon 1968 begonnen, als Stanley Kubrick sein visionäres Science-Fiction-Meisterwerk
"2001: A Space Odyssey" auf die Leinwand brachte. Damals war der Film
bei der Kritik umstritten und seiner Zeit technisch und thematisch weit
voraus. Im dem Jahr, das dem Film seinem Namen gab, bringt ihn Warner
Brothers in einer restaurierten Version neu heraus, heute setzt er den
Schlusspunkt unter den Wettbewerb der diesjährigen Berlinale. Zur Einstimmung
präsentierte de Hadeln gestern ein Porträt mit dem Titel: "Stanley Kubrick
- A Life in Pictures" in zukunftsweisender Technik: Zum ersten Mal wird
im Berlinale-Palast, dem Hauptkino der Filmfestspiele, ein Dokumentarfilm
digital, als High-Definition-Video vorgeführt. Dem großen Unbekannten
unter den berühmten Regisseuren des 20. Jahrhunderts nähert man sich mangels
Interviews und Fotos am besten in Bildern. Jan Harlan, Schwager des Verstorbenen
hatte Zugang zum Privatarchiv seiner Schwester Christiane Kubrick, der
Witwe des im März 1999 kurz nach Fertigstellung von "Eyes Wide Shut" verstorbenen
Regisseurs. Harlan, Kubricks Regieassistent bei "A Clockwerk Orange",
später ausführender Produzent bei "Barry Lyndon", "The Shining", "Full
Metal Jacket" und zuletzt bei "Eyes Wide Shut", setzt sein Porträt aus
Privataufnahmen, Filmschnipseln, Making-Of-Drehmaterial und Interviews
mit Freunden, Mitarbeitern, Schauspielern und berühmten Filmregisseuren,
wie Steven Spielberg, Woody Allen und Martin Scorsese zusammen. Eine chronologisch
angeordnete Biographie in drei Teilen mit Tom Cruise als Off-Erzähler,
die vom einstigen Kubrick-Geldgeber und Verleiher Warner Brothers fürs
Fernsehen produziert wurde. Die Dokumentation wirft ein neues Licht auf
die Arbeitsweise des Perfektionisten, der um des optimalen Resultats willen
Filmetats sprengte, Drehpläne um ein vielfaches verlängerte und seine
Mitarbeiter in den Wahnsinn treiben konnte. Nur wenige wissen, dass Kubrick
vor seiner Karriere als Filmemacher als New Yorker Fotograf bekannt wurde.
Schon damals entstand sein Ruf, ein "Besessener" zu sein. Harlans Film
aber macht auch den Menschen Stanley Kubrick sichtbar, der liebevolle
Familienvater, fürsorgliche Freund und besessene Schachspieler. Die Legende
Kubrick bekommt dadurch etwas mehr Bodenhaftung, doch ob der zärtliche
Blick eines Familienmitglieds seiner widersprüchlichen Persönlichkeit
gerecht wird, bleibt fraglich. Sicher ist nur, dass es in naher Zukunft
wieder ein spektakultärer Kubrick-Film ins Kino kommen wird. Er heißt
"A.I." (Artificial Intelligence) und basiert auf einem Science-Fiction-Drehbuch,
daß Kubrick eigentlich schon 1995 verfilmen wollte. Damals schuf die digitale
Revolution jeden Tag neue Effekte. Kontrollsüchtig wie immer, wollte Kubrick
abwarten, bis die Technik ausgereift war. Jetzt verfilmt Steven Spielberg
den Kubrick-Nachlass, natürlich mit seiner zuvor erteilten ausdrücklichen
Erlaubnis. Den fantastischen Skizzen nach zu urteilen, die das Genie dazu
anfertigen ließ, wird auch dieser Kubrick die Grenzen des Kinos sprengen.
Martin Rosefeldt
DIE
WAHL UNSERER JOURNALISTEN:
Olivier BOMBARDA
1/ BEIJING BICYCLE
2/ FINDING FORRESTER
3/ THE CLAIM ex-aequo mit ITALIENSK FOR BEGYNDERE
Kristina FISCHER
1/ QUILLS
2/ ITALIENSK FOR BEGYNDERE
3/ MY SWEET HOME
Yann GONZALEZ
1/ LA CIENAGA
2/ CHLOE
3/ BAMBOOZLED
Nana REBHAN
1/ TRAFFIC
2/ YOU ARE THE ONE
3/ LA CIENAGA
Martin ROSEFELDT
1/ TRAFFIC
2/ INTIMACY
3/ ITALIENSK FOR BEGYNDERE
Julien WELTER
1/ FINDING FORRESTER
2/ CHLOE
3/ BEIJING BICYCLE ex-aequo mit A MA SOEUR

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Berlinale (alphabetisch geordnet)
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