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Fassbinder
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Dokumentarfilm von Rosa von Praunheim
Freitag, den 10. November 2000
um 22.25 Uhr

Porträt, Biographie, Filmographie, Bibliographie, Links
   


Ursula Strätz, Hanna Schygulla, Rosel Zech, Julian Lorenz und Irm Hermann.


Rosel Zech und Juliane Lorenz.

 

 

Frauen spielten im Leben von Rainer Werner Fassbinder eine große Rolle. Mit viel Einfühlungsvermögen schrieb und inszenierte er für sie Theater- und Kinorollen, die aus der deutschen Filmgeschichte nicht mehr wegzudenken sind. Eine ganze Generation von Schauspielerinnen, Cutterinnen und Kostümbildnerinnen ist mit den Filmen von Fassbinder groß geworden und hat den Neuen Deutschen Film geprägt. Hanna Schygulla, Ingrid Caven, Irm Hermann, Margit Carstensen und Barbara Sukowa sind durch seine Filme zu internationalen Stars geworden. Bereits etablierten Schauspielerinnen wie Brigitte Mira verhalf Fassbinder mit seinen Filmen zu spätem Ruhm.

Rosa von Praunheim und Fassbinder begannen etwa zur selben Zeit, Filme zu machen. Nachdem beide zunächst in den 60er Jahren von der Filmhochschule Berlin abgelehnt worden waren, machten sie bald darauf Karriere als Filmregisseure - jeder auf seine ganz eigene Art.

Wenn sich Rosa von Praunheim mit Fassbinder beschäftigt, dann tut er das als Zeitgenosse und Konkurrent. Im Mittelpunkt stehen dabei Fassbinders weibliche Stars von Hanna Schygulla bis Jeanne Moreau. Irm Hermann, die Fassbinder von Anfang an begleitete und in 19 seiner Filme spielte, kommt eine besondere Rolle zu. Ebenso besucht Rosa von Praunheim Ursula Strätz, die in München das Action-Theater gründete, in dem Fassbinder zum ersten Mal auf der Bühne stand. Praunheim spricht mit der Wirtin von Fassbinders Münchner Stammkneipe, mit seiner Produzentin Regina Ziegler und seiner Cutterin und Nachlassverwalterin Juliane Lorenz, um der Persönlichkeit und Arbeitsweise Fassbinders nachzuspüren. Der Schauspieler Harry Baer, den Rosa von Praunheim als ,,weiblichen Mann" bezeichnet, kommt ebenso vor wie Fassbinders Kameramann Michael Ballhaus.

Statt nüchterner und eitler Stellungnahmen bestimmen Träume, Wünsche, Erwartungen und Enttäuschungen die Erinnerungen an Fassbinder. Wie in vielen seiner Filme entlarvt Praunheims dokumentarischer Blick das Klischee und ermöglicht es so, das ,,Phänomen Fassbinder" auf neue Art zu sehen.


Rosa von Praunheim wurde 1942 in Riga als Holger Mischwitzky geboren. Mitte der 60er Jahre studierte er an der Hochschule für Bildende Künste in Westberlin. Seit 30 Jahren kämpft er für die öffentliche Emanzipation der Homosexuellen. Seit seinem halbdokumentarischen Fernsehfilm NICHT DER HOMOSEXUELLE IST PERVERS, SONDERN DIE SITUATION, IN DER ER LEBT (1970), ist er einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Mit dem Film und den damit verbundenen Auseinandersetzungen hat Rosa von Praunheim dazu beigetragen, die gesellschaftlichen Probleme der Homosexuellen einem breiteren Publikum nahe zu bringen. Seit den 80er Jahren ist er Vorreiter der Aids-Aufklärung. Praunheim stellt in seinen Filmen stets Minderheiten oder exzentrische Figuren in den Mittelpunkt.

 


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Technischer Stab

Produktion
ZDF/ARTE
Deutsche und französische Erstausstrahlung

(Deutschland, 2000 - 90 Min)


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