DAS MÄDCHEN AUS DEM HAFEN

Freitag, den 3.3.2000 um 22.50

„Eine Nachtclubsängerin in Nantes wartet auf den seit Jahren verschwundenen Vater ihres Söhnchens, während ihr Jugendfreund vergeblich von einer gemeinsamen Zukunft mit der Frau träumt. Vor dem Happyend werden ihre Vergangenheit und Zukunft durch parallel laufende Nebenhandlungen zusammengerafft. Der als Huldigung an Max Ophüls gedachte, formal bemerkenswerte Film machte wegen der fließenden Kamerabewegungen als „Musical ohne Musik" von sich reden." (Lexikon des Internationalen Films).

(Lola)
Spielfilm,
La Sept ARTE,
Frankreich 1961,
Schwarz-weiß,
Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie und Buch: Jacques Demy
Kamera: Raoul Coutard
Musik: Michel Legrand
Schnitt: Anne-Marie Cotret, Monique Teisseire
Produktion: Carlo Ponti, Georges de Beauregard, Jean-Luc Godard (als Berater)
Mit:
Anouk Aimée (Lola), Marc Michel (Roland), Jacques Harden (Michel), Alan Scott (Franckie), Elina Labourdette (Madame Desnoyers), Annie Dupereux (Cecile), Margo Lion (Marie) u. a.

Wiederholung
im digitalen ZDF-Bouquet am 14.03 um 17.15 Uhr
In der Nacht vom 06.03 um 00.45 Uhr.

Zwei Jahre vor DIE REGENSCHIRME VON CHERBOURG (1963) wollte Jacques Demy schon einen Musical-Film machen, aber noch war seine Stunde nicht gekommen. „Ich konnte LOLA nur dank Jean-Luc Godard drehen. Jean-Luc hatte einen sehr sympathischen Mann namens De Beauregard aufgetan, der zwar keinen Pfennig Geld hatte, aber einen Film von Newcomern für ein gutes Geschäft hielt, besonders, wenn sie ein bisschen verrückt waren. Er war wie wir ein Abenteurer. (...) Es (ein Musical) hätte damals 250 Millionen Francs gekostet, in Farbe und Cinemascope, mit Ballet- und Tanzeinlagen, viel Gesang, Kostümen und einer Menge Requisiten. De Beauregard sagte zu mir: „Hören Sie, Ihr Projekt ist ja ganz nett, aber AUSSER ATEM hat nur 32 Millionen gekostet. Wenn Sie Ihren Film für 35 Millionen drehen können, bin ich einverstanden. Ansonsten kommt es nicht in Frage. (...)" (Jacques Demy in einem Porträtfilm von Agnès Varda, DIE WELT IST EIN CHANSON - DAS UNIVERSUM DES JACQUES DEMY, auf ARTE am 06. 09. 1999) Demy drehte den Film wirklich mit diesem lächerlichen Budget in nur fünf Wochen, ohne Ausstattung, ohne Kostüme und ohne Beleuchtung. Er hatte eigentlich nur das Filmmaterial, eine Kamera und die Schauspieler. Michel Legrand, Komponist: „Der Film war ohne Ton gedreht worden. Er (Demy) sagte, er habe kein Geld für Tontechniker gehabt. Bei der Vorführung sprach Jacques daher für mich den Text aller Schauspieler, Frauen wie Männer, und ich war schlichtweg überwältigt. Mir gefiel der Film wahnsinnig gut, und ich fand, dass er schon als Stummfilm eine sehr musikalische Qualität hatte." (a.a.O.) ARTE zeigt den Film in einer von Agnès Varda restaurierten Fassung.

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