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Freitag, den 3.3.2000 um 22.50 „Eine Nachtclubsängerin in Nantes wartet auf den seit Jahren verschwundenen Vater ihres Söhnchens, während ihr Jugendfreund vergeblich von einer gemeinsamen Zukunft mit der Frau träumt. Vor dem Happyend werden ihre Vergangenheit und Zukunft durch parallel laufende Nebenhandlungen zusammengerafft. Der als Huldigung an Max Ophüls gedachte, formal bemerkenswerte Film machte wegen der fließenden Kamerabewegungen als „Musical ohne Musik" von sich reden." (Lexikon des Internationalen Films). (Lola) Wiederholung
Zwei Jahre
vor DIE REGENSCHIRME VON CHERBOURG (1963) wollte Jacques Demy schon einen
Musical-Film machen, aber noch war seine Stunde nicht gekommen. „Ich konnte
LOLA nur dank Jean-Luc Godard drehen. Jean-Luc hatte einen sehr sympathischen
Mann namens De Beauregard aufgetan, der zwar keinen Pfennig Geld hatte,
aber einen Film von Newcomern für ein gutes Geschäft hielt, besonders,
wenn sie ein bisschen verrückt waren. Er war wie wir ein Abenteurer. (...)
Es (ein Musical) hätte damals 250 Millionen Francs gekostet, in Farbe
und Cinemascope, mit Ballet- und Tanzeinlagen, viel Gesang, Kostümen und
einer Menge Requisiten. De Beauregard sagte zu mir: „Hören Sie, Ihr Projekt
ist ja ganz nett, aber AUSSER ATEM hat nur 32 Millionen gekostet. Wenn
Sie Ihren Film für 35 Millionen drehen können, bin ich einverstanden.
Ansonsten kommt es nicht in Frage. (...)" (Jacques Demy in einem Porträtfilm
von Agnès Varda, DIE WELT IST EIN CHANSON - DAS UNIVERSUM DES JACQUES
DEMY, auf ARTE am 06. 09. 1999) Demy drehte den Film wirklich mit diesem
lächerlichen Budget in nur fünf Wochen, ohne Ausstattung, ohne Kostüme
und ohne Beleuchtung. Er hatte eigentlich nur das Filmmaterial, eine Kamera
und die Schauspieler. Michel Legrand, Komponist: „Der Film war ohne Ton
gedreht worden. Er (Demy) sagte, er habe kein Geld für Tontechniker gehabt.
Bei der Vorführung sprach Jacques daher für mich den Text aller Schauspieler,
Frauen wie Männer, und ich war schlichtweg überwältigt. Mir gefiel der
Film wahnsinnig gut, und ich fand, dass er schon als Stummfilm eine sehr
musikalische Qualität hatte." (a.a.O.) ARTE zeigt den Film in einer von
Agnès Varda restaurierten Fassung. |
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