Montag, den 28.2.2000 um 20.40 Uhr

(A bout de souffle)

Spielfilm, Frankreich 1959,
Schwarz-weiß,
Deutsche Synchronfassung
Regie: Jean-Luc Godard
Buch: François Truffaut
Kamera: Raoul Coutard
Musik: Martial Solal
Schnitt: Cécile de Cougis
Produzent: Georges de Beauregard
Mit:
Jean-Paul Belmondo (Michel Poiccard), Jean Seberg (Patricia Franchini), Van Doude (Journalist), Liliane David (Liliane), Claude Mansart (Gebrauchtwagenhändler), Henri-Jacques Huet (Antonio Berruti)

„Godards längst zum Klassiker gewordener Erstlingsfilm ist eine Huldigung an Humphrey Bogart und die „B-Filme" Hollywoods. Er erzählt von dem kleinen Ganoven Michel Poiccard, der schließlich von seiner Geliebten Patricia an die Polizei verraten wird. Im Mittelpunkt steht dabei bereits der Tod, ein Lieblingsthema Godards. Der Film wimmelt von inszenatorischen Regelverstößen, die man damals der Unerfahrenheit des Anfängers zuschrieb und erst später als raffinierte Absicht erkannte, einerseits den Artefaktcharakter des Films hervorzuheben, andererseits das amerikanische Ideal der „unsichtbaren" Regie zu torpedieren."
(Lexikon des Internationalen Films).

AUSSER ATEM ist nicht der erste Film der Nouvelle Vague. Deren „Stunde Null" schlug mit dem sensationellen Erfolg von SIE KÜSSTEN UND SIE SCHLUGEN IHN von François Truffaut. Und natürlich gab es Vorläufer wie FAHRSTUHL ZUM SCHAFFOTT von Louis Malle und DER SCHÖNE SERGE von Claude Chabrol (auf ARTE am kommenden Montag, den 6. März).
Das Buch zu AUSSER ATEM schrieb dann auch Truffaut, überließ die Regie wegen anderer Prioritäten aber Godard, mit dem er seit ihrer gemeinsamen Kritikerzeit bei den Cahiers befreundet war.

Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass AUSSER ATEM ein so radikaler Film wurde und heute als „der" Symbolfilm der Nouvelle Vague gilt. Godard dekonstruierte gnadenlos die Erzählkonventionen des Hollywoodfilms, wenn er den berühmten Dialog von Belmondo - Seberg im geklauten Cabrio nicht als Schuss-Gegenschuss wiedergab, sondern in hart aneinandergeschnittenen „Jump Cut"-Einstellungen ausschließlich auf Seberg. Es geht die Legende, Godard habe Belmondo aus ökonomischen Gründen weggeschnitten, aber die hat JLG vermutlich selbst in die Welt gesetzt…

 

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