Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger von George Lucas USA, 2002, 132 Min. Mit Hayden Christensen, Nathalie Portman, Ewan McGregor und Samuel L. Jackson Sondervorstelllung
10 Jahre nach den Ereignissen im ersten Teil der Weltraum-Saga, „Episode I – Die dunkle Bedrohung“, herrschen in der Galaktischen Republik Chaos und Unruhe. Die Senatorin Padmé Amidala befindet sich in Lebensgefahr. Die beiden Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker sollen Amidala bewachen und die Verschwörer außer Gefecht setzen...
Nachdem sich das Team um den künstlerischen Leiter Thierry Frémaud im letzten Jahr erfolglos um „Episode I: Die dunkle Bedrohung“ bemüht hatte, gibt es bei den diesjährigen Filmfestspielen gleich zwei Trümpfe zu vermelden: George Lucas reiste nach Cannes, um seinen neuen Film „Angriff der Klonkrieger“ persönlich vorzustellen. Und damit nicht genug: Aus diesem Anlass findet die erste digitale Filmvorführung in der Geschichte der Filmfestspiele in Cannes statt. Hinzu kommt, dass die zweite Episode der zweiten Trilogie die erste Episode im Hinblick auf Bild- und Drehbuchqualität bei weitem übertrifft.
Der neue Lucas-Streifen stellt keine Star-Wars-Revolution dar: Lucas bleibt den Prinzipien des großen Unterhaltungsfilms treu und zelebriert weiterhin den Kampf zwischen Gut und Böse, der sich in einem wilden Reigen aus Schlachten und Verfolgungsjagden durch den Weltraum entspinnt. Doch eigentlich wartet man die ganze Zeit darauf, dass die Persönlichkeitsschwächen Anakins zutage treten, der ja zunächst noch auf der Seite des Guten steht. Mit Hayden Christensen hat Lucas die Rolle des Anakin hervorragend besetzt. Christensen verleiht seiner Figur etwas Sinnliches und stellt überzeugend dar, wie Anakin der Macht des Bösen erliegt. Damit löst sich Lucas endlich einmal von der Schwarz-Weiß-Malerei und macht den Film damit interessanter, obwohl natürlich klar ist, dass der Regisseur am altbekannten Schema festhalten will und wird. Die Faszination eines George-Lukas-Streifens liegt in erster Linie in der ästhetischen Qualität begründet: Mit seinen verblüffenden Ideen und Spezialeffekten setzt der Regisseur neue Maßstäbe. Vor dem Auge des staunenden Zuschauers entstehen immer wieder neue Wesen, Städte, Landschaften und Raumschiffe. Die Wirkung des Films beruht darin, dass man die Welt dank der ausgefeilten Werkzeuge eines George Lucas neu für sich entdeckt. Noch nie zuvor hat die technische Entwicklung dem amerikanischen Regisseur solch unbegrenzte Möglichkeiten eröffnet. Bei seiner Pressekonferenz sagte Lucas: „Die Digitaltechnik hat für das Kino die gleiche Bedeutung wie die Ölfarbe für die Freskomalerei“. Man kann gespannt sein.