Punch Drunk Love USA 2002, 91 min., Regie: Paul Thomas Anderson mit Adam Dansler, Emily Watson, Philip Seymour Hoffman, Luis Guzman
Synopsis Barry Egan (Adam Sandler) ist ein ganz normaler, kleiner Angestellter in einem Kaufhaus für Haushaltsgegenstände in San Fernando Valley. Als er ein Promotionangebot entdeckt, bei dem man pro gekauftem Pudding Flugmeilen sammeln kann, kauft er palettenweise Pudding. Barrys sieben Schwestern versuchen währenddessen, ihren komischen Bruder endlich mit einer Frau zu verkuppeln, und tatsächlich: die liebenswerte Engländerin Lena (Emily Watson) kann dem Charme des seltsamen Einzelgängers nicht wiederstehen.
Kritik Nach seinem erfolgsgekrönten Dreistundenepos MAGNOLIA wollte P.T. Anderson mal etwas ganz anderes machen, ganz nach dem Erfolgsmotto der Monty Phythons: ‚And now to something completly different’. Deshalb ist PUNCH DRUNK LOVE eine leichte Komödie geworden, die nur 91 Minuten lang ist.
Und wie es manchmal so ist, schreibt das Leben die besten Geschichten. Den seltsamen Typen, nachdem P.T. Anderson sein Drehbuch geschrieben hat, den gibt es wirklich: David Phillips, ein Ingenieur an der University of California kaufte 12.150 Puddingbecher im Gesamtwert von 3000 $ und bekam dafür 1.25 Millionen Flugmeilen gutgeschrieben. Das Time Magazine berichtete vor zwei Jahren darüber. Diese seltsame Begebenheit inspirierte P.T. Anderson zu der Figur des Barry Egan mit seinen sieben Schwestern.
Andersons Geheimnis liegt darin, dem ganz normalen Alltag eine Prise Surrealität hinzuzufügen. Dies funktioniert bei ihm so gut, weil er an den Zufall glaubt. Ähnlich wie bei MAGNOLIA – der einen der großartigsten Filmvorpänne aller Zeiten besitzt – eine Hommage an den Zufall – steht auch am Anfang von PUNCH DRUNK LOVE der Zufall: Barry Egan (Adam Sandler) ist bei Tagesanbruch alleine in dem Kaufhaus, in dem er arbeitet. Mit seinem Morgenkaffee in der Hand stellt er sich auf die Strasse, und beobachtet die menschenleere Gegend. Aus dem Nichts kommt ein Lieferwagen mit schnellem Tempo angefahren, und überschlägt sich. Er hält, ein Mann stellt ein kleines Piano auf die Strasse, dann fährt das Auto weiter.
Die nun folgende Handlung ist recht seltsam: Barry Egan kauft stapelweise Pudding, weil er ein Promotionangebot einer Lebensmittelfirma entdeckt, die für Coupons - die auf den Puddingbechern vorhanden sind - Flugmeilen ausgiebt, Egan wird von einer Telefonsexhotline erpresst und die Engländerin Lena (Emily Watson) verliebt sich in ihn.
P.T. Anderson hat das Script extra für Adam Sandler geschrieben, der aus BIG DADDY und THE WATERBOY bekannte Komödiendarsteller verkörpert Barry Egan extrem charmant. Die Engländerin Emily Watson (BREAKING THE WAVES, GOSFORD PARK) ist auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Besetzung, zusammen sind die beiden aber ein reizendes Paar. PHILIP SEYMOUR HOFFMAN, der in MAGNOLIA den Krankenpfleger Phil verkörperte, ist auch wieder mit dabei. Er darf sich nach seiner zurückhaltenen Rolle in MAGNOLIA hier nun endlich mal so richtig aufregen, als Bad Boy der Telefonsexhotline.
PUNCH DRUNK LOVE ist eine recht wirre Geschichte, aber die Art, wie P.T. ANDERSON erzählt, ist aufregend und erstaunlich. Durch sein ausgefeiltes Lichtkonzept und die hervorragende Kadrage gibt es in seinem Film viele ‚magic moments’, Szenen, die einem einfach im Gedächtnis haften bleiben.