![]() S21, la machine de mort khmère rouge Synopsis: Nach der Machtübernahme der Roten Khmer 1975 in Kambodscha fielen fast zwei Millionen Kambodschaner dem von ihnen verübten Völkermord zum Opfer. Heute gehört die kommunistische Diktatur der Vergangenheit an, und in der kambodschanischen Gesellschaft leben die Überlebenden der Umerziehungslager tagtäglich Seite an Seite mit den ehemaligen Folterknechten, die bisher nicht verfolgt wurden. In seinem Film konfrontiert der Dokumentarfilmer Rithy Panh diese beiden Gruppen als Zeugen der schmerzlichen Vergangenheit des Landes miteinander. Kritik: Der aus Kambodscha stammende Rithy Panh beleuchtet die Diktatur der roten Khmer auf eine persönliche, zutiefst menschliche Art. Sein Anliegen besteht nicht darin, die Mechanismen einer Diktatur aufzuzeigen. Denn ganz gleich, ob Diktaturen faschistischer, kommunistischer oder anderer Prägung sind, sie tragen stets die gleichen Züge: Gewalt, Totalitarismus und Verneinung des Menschen. In Kambodscha wird erst heute damit begonnen, in Prozessen die Hintergründe der Diktatur der Roten Khmer aufzurollen (doch diese Prozesse sind schon allein deshalb wichtig, weil sie einen ersten Schritt darstellen, den Opfern bei der Bewältigung der Zeit des Terrors zu helfen). Rithy Panh untersucht diesen Albtraum, indem er Beteiligte zu Wort kommen lässt. Mit Menschen, die als Opfer oder Täter in Umerziehungslagern waren, kehrte Rithy Panh in das ehemalige "Lager S21" zurück. Der Titel des Films ist sehr treffend gewählt: Das Lager war eine Todesmaschine, die kaltblütig, effizient und unerbittlich ihren Auftrag erfüllte. Mit viel Zurückhaltung filmt Rithy Panh, wie die ehemaligen Henker in den alten Gebäuden, den Schauplätzen des Todes Tausender Menschen, die grausamen, todbringenden Gesten nachstellen, die zu ihrer täglichen Arbeit gehörten. Besser als alle didaktischen Kommentare oder Archivbilder verdeutlichen diese Gesten, wie Indoktrinierung Durchschnittsmenschen zu Todesmaschinen macht, weil sie sich dem herrschenden System anpassen und dadurch ihre eigene Haut retten wollen. Die Kommentare der in ihrer Würde beeindruckenden Überlebenden klingen wie das bestürzende Echo dieser Kaltblütigkeit, die an Adolf Eichmanns Aussagen bei seinem Prozess in Jerusalem erinnert (Dokumentation "Un spécialiste, portrait d'un criminel moderne" von Eval Sivan). Auch als er seine makabren, mörderischen Handlungen beschrieb, beharrte Eichmann darauf, dass er nur ein kleiner Beamter gewesen sei, der Anweisungen befolgt habe. "La Machine de mort khmère rouge" stellt ein weitaus stärkeres und dichteres Porträt dar als die wenigen Spielfilme, die sich, wie "Schreiendes Land" von Roland Joffé, mit diesem Thema beschäftigt haben. |
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