![]() Les Lionceaux von Claire Doyon Synopsis: Die beiden Schwestern Clémentine und Olive leben mit ihren Eltern auf einer einsamen Insel. Die Eltern sind Exzentriker mit künstlerischen Ambitionen; die beiden Mädchen spielen den ganzen Tag über in der Natur. Eines Tages treffen sie am Strand einen jungen Mann, der Schiffbruch erlitten hat. Zwischen den beiden Schwestern kommt es zu Eifersucht und Spannungen, und die völlig abgehobenen Eltern sind nicht in der Lage, ihnen auch nur ansatzweise zu helfen. Kritik: „Les Lionceaux" ist ein kurioser Film, der irgendwo zwischen Schulmädchenromanze und Horrorfilm angesiedelt ist. Die Regisseurin hat versucht, das Beste aus dem äußerst knappen Budget zu machen und hat auf Improvisation gesetzt, wobei der Verrücktheit keine Grenzen gesetzt waren. Ein Drehbuch im herkömmlichen Sinne existiert nicht, und so erinnert der Film an manch ein schillerndes Werk von Jacques Rivette ("Out one"; Céline et Julie vont en bateau) und auch an das exzentrische, etwas wehmütige Kino von Werner Schroeter. Claire Doyons Film trägt jedoch eine weiblichere Handschrift und geht von einem naiveren, unbeschwerteren Ansatz aus. Der Szenenaufbau bleibt während des gesamten Films derselbe, doch der Regisseurin und dem Ausstatter ist es gelungen, zumindest graphisch alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Das Ganze geht einher mit einer durchaus originellen Kostümausstattung. Die Herausforderung für das Filmteam bestand darin, diesen leicht abgedrehten Stil 80 Minuten lang durchzuhalten, bei dem viel mit Bewegung und wenig mit Dialogen gearbeitet wird. Eine Ausnahme bilden die skurrilen Bemerkungen der beiden Sänge Dani und Jacno, die die ganze Zeit über unter der Wirkung verbotener Substanzen zu stehen scheinen. In dieser Hinsicht muss man Claire Doyon ein gewisses Inszenierungstalent zugestehen, von dem einige äußerst gelungene Aufnahmen mit großer Aussagekraft zeugen. Auch wenn der Ansatz noch nicht ganz ausgereift ist, kann man Claire Doyons ganz eigene Art von Humor auf jeden Fall als vielversprechend bezeichnen. |
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