
Deportation Class Eine Kampagne gegen Abschiebung
"Was können Sie tun?" liest man in einem Aufruf einer Lufthansa-Broschüre "Sie fühlen sich vielleicht ohnmächtig, wenn Sie an Bord eines Flugzeuges an Händen und Füßen gefesselte Menschen sitzen sehen, die in Begleitung von Zivilpolizisten sind. Sie glauben, nichts tun zu können, um die gewaltsame Abschiebung aufzuhalten. Irrtum!"
Seit wann protestiert die Lufthansa gegen ihre eigenen Abschiebungsflüge? Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich die Broschüre als täuschend echte Fälschung: "Deportation Class" lautet der ironische Absender der Broschüre. "Deportation Class" ist der Name einer Kampagne gegen Zwangsabschiebungen.
Für ihre Kampagne haben sich die Aktivisten der "Deportation Class" bisher eines Satzes vielfältiger Methoden bedient, die nicht den Konzern an sich, sondern bestimmte, leicht verwundbare Stellen seines Image im Visier haben: Von aufwändig gestalteten Websites, die die Konzern-Ästhetik parodieren, über täuschend echt gestaltetes, gedrucktes Werbematerial, das in Call-Centern, vor Flugschaltern und in Reisebüros für Verwirrung sorgt, bis hin zu Performances bei Aktionärsversammlungen und Informationsveranstaltungen der Fluggesellschaft. Das Unternehmen Lufthansa als schwächstes Glied in der langen Kette deutscher Abschiebepolitik ist ein konkretes und gut erreichbares Ziel der Anti-Image-Kampagne "Deportation Class".
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