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Vladimir Sorokin – Enfant terrible der russischen Autoren

 „Lew Nikolajewitsch (Anm. der Redaktion: Tolstoj) beneide ich nur um eines: Sein Anwesen hatte ca. 1000 Hektar Wald.(...) Dagegen liebe ich den Marquis de Sade. Das ist ein sehr starker Schriftsteller. De Sades Bücher sind für mich ein Gottesbeweis. Dass wir keine Maschinen sind, keine einfache Zusammensetzung von Molekülen.“
(Vladimir Sorokin in der Dokumentation „Russlands wilde Dichter“ von Christiane Bauermeister, 2003)

Vladimir Sorokin, das Enfant Terrible der russischen Autoren, setzt mit Ironie und Phantastik eher auf den Mythos, um die Gegenwart zu packen. Er gilt als Konzeptualist, Stilist und Meister der "schwarzen Groteske".
Sein Skandalbuch "Der Himmelblaue Speck", in dem es die Genossen Chruschtschow und Stalin miteinander treiben, gibt es jetzt auch bei dtv. Während unsere französischen Leser in den Genuss seines Dostojewski-Trips kommen, liegt bei uns nun Sorokins neuestes Werk vor. Eine geheimnisvolle Sekte; Herzen, die mit einem Eishammer „zum Sprechen gebracht werden“: Der Roman "Das Eis", verlegt im Berlin Verlag, ist eine atemberaubende Mischung aus Action und Fantasy.
Der Autor wurde 1955 in Bykowo bei Moskau geboren und absolvierte die Moskauer Hochschule für Ingenieure der Erdöl- und Erdgasindustrie. Er befasste sich mit Buchgraphiken, Malerei und Konzeptualkunst und nahm an mehreren Kunstausstellungen teil. Seine Debütwerke wurden im Almanach "A-Ja" (Paris, 1985) veröffentlicht. Gemeinsam mit dem Fotokünstler O. Kulik gab Sorokin auch den Bilderband "In die Tiefe Russlands" heraus. Er schrieb außerdem die Drehbücher zu den Filmen "Moskau" und "Kopejka".
Vladimir Sorokin ist Mitglied des russischen PEN-Clubs.
Preise: Preis des deutschen Kultusministeriums und Andrej-Belyj-Preis.

Sorokin meint, dass den Russen nur Träume weiterhelfen, wenn das Land, „politisch gesehen, in den Winterschlaf fällt“ und die Träume der Russen sind
„russische Literatur und russische Poesie“.
Hier ein Auszug aus Sorokins Poesie:
„Ach, wie es eines Winterjanuarmorgens
Klopft an meine stählerne Tür,
Und ich lieg’ stumm, mehr tot schon als lebendig,
Doch meine Frau, Marusja, die gibt Antwort –
Antwortet fragend durch die stählerne Tür:
Wer klopft denn da, begehrt so stürmisch Einlaß?
Drei jugendliche Stimmen sprechen draußen:
Öffnet, laßt ein uns, ihr guten Leute,
Wir wollen euch nichts Böses, nichts Schlechtes.
Meine Marusja öffnet daraufhin die schwere Tür,
Und auf der Schwelle drei barmherzige Schwestern stehen,
Im weißen Kittel und mit einem Kreuz
In Gummihandschuhen und in Stiefeln.“

(Aus: Vladimir Sorokin. Der himmelblaue Speck. Dtv, Oktober 2003)

Nehmen Sie auch an unserem Spiel teil:
Auf der Seite „Autor gesucht!“ verlosen wir 5 Bücher von Vladimir Sorokin.

Bibliografie: Vladimir Sorokin

Dostojevskij Trip / Krautsuppe, tiefgefroren
Zwei Stücke
Verlag d. Autoren, 2001
ISBN 3-88661-233-3

Dysmorphomanie. Das Jubiläum
Zwei Stücke
Verlag d. Autoren, 1993
ISBN 3-88661-145-0

Der himmelblaue Speck
Roman
DuMont Literatur und Kunst, 2000
ISBN 3-8321-4881-7

Der himmelblaue Speck
Roman
dtv /KNO, 2003
ISBN 3-423-13133-0
Noch nicht erschienen!

Ljod. Das Eis
Roman
Berlin Vlg /VVA, 2003
ISBN 3-8270-0493-4

Norma
DuMont Literatur und Kunst, 1999
IS


Links zu Vladimir Sorokin:

Seite der FU Berlin mit Kurzbiografie, -bibliografie und Medienberichterstattung

Artikel in der Berliner Zeitung



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