
Die Stasi in Zahlen: 1950 bis 1989
Das Ministerium für Staatssicherheit verfügte über 17 Untersuchungshaftanstalten. Das Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen war die zentrale Untersuchungshaftanstalt und der Verwaltungssitz.
Mehr als 200.000 politische Gefangene wurden verurteilt.
Im Durchschnitt saßen 30.000 politische Gefangene in den Gefängnissen ein.
Ungefähr 34.000 politische Gefangene wurden an die BRD verkauft, und zwar für insgesamt 3,4 Mrd. DM, im Durchschnitt also 50.000 Euro pro Gefangener.
91.000 “Hauptamtliche Mitarbeiter”, d. h. 5,5 Mitarbeiter pro 1000 Einwohner und damit dreimal mehr als in der Sowjetunion (1,8 pro 1000 Einwohner) und fünfmal mehr als in der Tschechoslowakei (1,1 pro 1000 Einwohner).
175.000 “Inoffizielle Mitarbeiter”, die berühmten “IM”, waren in der DDR tätig.
Mehr als 20.000 IM waren in der BRD tätig.
4 Mio. Karteien und Akten für eine Bevölkerung von 16 Mio. Einwohnern.
2 Mio. Akten über in der BRD lebende Personen.
86.000 als Oppositionelle registrierte Staatsbürger, die im Falle einer schweren inneren Krise in den geplanten Isolierungslagern interniert werden sollten.
In den Wochen vor dem Zusammenbruch der DDR begann die Stasi mit der Zerstörung ihrer Archive, aber aufgrund des schnellen Falls der Mauer gelang es ihr nicht, alle Akten zu vernichten.
Ungefähr 14 km in Millionen kleine Schnipsel zerrissene Akten (14.000 Säcke) konnten sichergestellt werden. Seit 1995 werden die einzelnen Seiten per Hand wieder zusammengesetzt. Bis Ende 2001 hatte man erst etwa 200 Säcke wieder zusammengesetzt.
180 km Akten sind intakt geblieben und den betreffenden Bürgern sowie Forschern zugänglich.
Bis Ende 2001 gingen bei den Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatsicherheitsdienstes ca. 5 Mio. Anträge auf Akteneinsicht ein.
Stand 2001
Benutzte Quellen: Schwarzbuch des Kommunismus, E. Neubert - Piper, 1998. Die DDR-Staatssicherheit, J. Gieseke - Bundeszentrale für politische Bildung, 2000. Fünfter Tätigkeitsbericht des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR - 2001.
Bildnachweis: Konrad Knebel, Straße mit Mauer, 1977
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