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Warriors - Der Fernsehfilm
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Die Dreharbeiten

,,Thema dieses ehrgeizigen und spannenden Fernsehfilms ist unser zwiespältiges Verhältnis zum Krieg. Wir wollten eine Debatte über die Berechtigung von Militäroperationen zur Friedenserhaltung in Gang bringen. Denn hierin wird die vorrangige Aufgabe der Soldaten des 21. Jahrhunderts bestehen.
Als wir WARRIORS - EINSATZ IN BOSNIEN drehten, wurden britische Truppen ins Kosovo geschickt. Bei Ende der Dreharbeiten waren andere Kontingente in Timor im Einsatz. Wenn wir weiterhin unsere Soldaten als Friedenspolizei in die ganze Welt entsenden, müssen wir uns langsam überlegen, welchen Auftrag wir diesen jungen Männern mit auf den Weg geben."

 

  • PETER KOSMINSKY

Die Fertigstellung von WARRIORS dauerte sechs Jahre, die Idee geht jedoch bis in das Jahr 1993 zurück. Peter Kosminsky wollte einen Fernsehfilm zum Thema Friedenserhaltung drehen. Der Bosnien-Krieg war auf seinem Höhepunkt angelangt. Die britischen Truppen vor Ort standen einer Situation gegenüber, die sie weder verstehen noch meistern konnten: Sie waren machtlos, denn sie hatten kein ausdrückliches Mandat.
Peter Kosminsky schrieb bereits im Juni 1993 an den britischen Verteidigungsminister, um ihn von seinem Vorhaben zu unterrichten und ihn um Unterstützung zu bitten. Doch ungeachtet der Nachfragen waren die Militärbehörden achtzehn Monate lang wenig kooperativ. Als jedoch Anfang 1995 die NATO-Mission in Bosnien langsam Früchte trug, zeigte sich das Ministerium an einer Zusammenarbeit mit Kosminsky interessiert, und den Dreharbeiten stand nichts mehr im Wege.
,,Ich wollte keinen Film über den Bosnienkrieg machen, ich fühle mich dafür nicht qualifiziert. Mich interessierten die Blauhelme. Ich fragte mich, was es für diese jungen Frauen und Männer bedeutete, sich plötzlich inmitten eines Krieges zu befinden, der nicht der ihre war. Ich wollte wissen, was es heißt, eine Kampfausbildung hinter sich zu haben und dann ohnmächtig zuschauen zu müssen, wie Menschen ihre Nachbarn ermorden. Die Soldaten der ersten Blauhelm-Missionen mussten tatenlos zusehen, wie die unmenschlichsten Grausamkeiten begangen wurden. Als die NATO das Kommando übernahm, änderte sich die Situation: Es wurde möglich, auch mit Waffengewalt Frieden zu stiften. Doch mich hatte gerade die erste Mission beeindruckt, in der die Menschen zur Ohnmacht verurteilt waren, was an ihnen keineswegs spurlos vorüber gegangen war."
afficheKosminsky suchte nach Zeugen. Er wählte Soldaten aus, die zwischen Herbst 1992 und Frühjahr 1993 während der Operation ,,Grapple One" mobilisiert worden waren. Sie hatten die blutigen Zusammenstöße zwischen Kroaten und Muslimen aus Zentralbosnien mit ansehen müssen. ,,Ich wollte mich nicht auf höhere Offiziere, Kommandeure und Waffenstillstandsunterhändler, sondern auf die Unteroffiziere und einfachen Soldaten konzentrieren, die tatsächlich an den Schauplätzen des Geschehens waren."
Kosminsky sagt, ihn hätten besonders die intensiven Gefühlsregungen der Soldaten, die Heftigkeit ihrer Gefühlsausbrüche beim Erzählen beeindruckt. ,,Sie waren völlig verstört, brachen zusammen und weinten die ganze Zeit." Die Passivität, zu der sie verurteilt waren, schien bei ihnen schlimmere Spuren hinterlassen zu haben als andere Kriegserlebnisse.
,,Natürlich kann man diese Geschichte auf verschiedene Art und Weise erzählen. Für mich stand fest, dass hier die Fiktion am besten geeignet war. Wenn man das Thema aus dem Blickwinkel der persönlichen Erfahrung betrachtet, wird es auf andere Art lebendig als es die Nachrichten oder objektive Reportagen zu zeigen vermögen. Man begreift, dass die Soldaten, die diese schrecklich Erfahrung durchmachen, blutjunge Männer sind: Die einfachen Soldaten sind 18 bis 19, die Offiziere höchstens 24 Jahre alt. In ihrer Erinnerung spielen nicht unbedingt Blut und Bewährungsproben die wichtigste Rolle, sondern andere Bilder, die sich tief ins Gedächtnis eingegraben haben. Ein Soldat beispielsweise erzählt von folgender Szene: Er sah einen kleinen Hund, der das Blut aufleckte, das aus dem Kopf eines Kindes rann. Beim Beobachten der Szene dachte sich dieser Soldat nichts weiter dabei, doch nun verfolgt ihn dieses Bild. Ein anderer erzählt, er habe zwei Tote, eine Frau und ihren Sohn, vor ihrem Haus liegen sehen. Ihre persönliche Habe sei um sie verstreut gewesen. Er erinnert sich nicht, die Einschüsse an ihren Körpern gesehen zu haben, nur daran, dass der Wind an ihrem Haar zauste, an ihren Kleidern riss und die Spielsachen umhertrieb. Jedes Mal, wenn er daran denkt, kommen ihm die Tränen. Nur wenige junge Menschen erhalten den psychologischen Beistand, den sie bitter nötig hätten, um derartige Erfahrungen zu verarbeiten."

 

 
 
 
 

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