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Am
18. Mai gestartet, brachte "Shrek" seinen Machern innerhalb von
zwei Wochen mehr Einnahmen, als der Publikumshit "Chicken Run",
der insgesamt 106,7 Mio.$ Dollar einspielte.
Doch ein wirkliches Ereignis ist Shrek wohl nur in rein technischer
Hinsicht. Wie Toy Story gänzlich aus 3D-Computerbildern bestehend,
besticht der Film aus der Werkstatt der Dreamworks Studios (Spielbergs
Antwort auf Walt Disney) zunächst durch seine unglaubliche Flüssigkeit,
die den Helden ganz erstaunlich menschliche Qualitäten verleiht.
Die Geschichte ist ein Märchen, mit einer Dosis immer brav und harmlos
bleibenden Trash, reich an malerisch schrecklichen Figuren und romantischen
Wendungen. Dazu jede Menge grungig-aktuelle Hits, leicht regressive
Gags und augenzwinkernde Anspielungen auf die Filmgeschichte, darunter
der schon fast unvermeidliche Bezug auf Matrix...
Shrek
ist ein schlagendes Beispiel frustrierender Unterhaltung. Zunächst
deshalb, weil eine ganze Reihe vergnüglicher Ideen nicht wirklich
ausgesponnen werden: der verliebte Drache etwa, oder auch das kleine
Dorf, in dem so vertraute Figuren wie Pinocchio oder Schneewittchen
ein munteres Nachleben führen.
Vor allem aber verfehlen Adamson und Jenson über ihren ständigen
Bemühungen, die Genres zu mischen, um jedem etwas zu bieten, ihren
eigenen Ton. Zwischen Abenteuerepos, schrägem Musical, Kitschromanze
und Familienkomödie verlieren sich die Autoren und gehen am Ende
an allem vorbei.
Nach
einer eher langatmigen ersten halben Stunde und einem einfallsreicheren
zweiten Teil, in dem wir immerhin erfahren, dass Prinzessinnen ganz
hervorragend rülpsen, verstrickt sich Shrek in einem überaus konsensuellen
Finale, das in schlimmster Disney-Manier das Loblied der Toleranz
anstimmt. Dabei bleibt der Film im Ganzen durchaus amüsant, legt
einen flotten Rhythmus vor und beeindruckt durch seine technisch-visuelle
Qualität. Umso ärgerlicher, dass er am Ende auf dem Hollywood-Altar
der political correctness geopfert wird.
Yann Gonzalez

Prinzessin Fiona
Die
Synchronsprecher Sascha Hehn, Esther Schweins (Prinzessin Fiona),
Rufus Beck und Randolf Kronberg verbreiten in der deutschen Version
Witz und Charme...
Aus
der märchenhaften Reise Shreks, der unbekümmert wie ein Siegfried
von Xanten in den Kampf zieht, haben Katzenberg & Co. einen vor
herrlichen Slapstick-Einfällen und grandioser Situationskomik nur
so überquellende Par-Force-Ritt gemacht. Schon "Ein Königreich für
ein Lama" zelebrierte die Wiederentdeckung des Cartoons, doch "Shrek"
kommt mit einer solchen Fülle an gnadenlosen Parodien und unverschämt
politisch unkorrekten Gags daher, dass dem Zuschauer bisweilen vor
Lachen die Spucke wegbleibt. Tricktechnisch haben Katzenbergs CGI-Spezialisten
alle Register gezogen und präsentieren Schauwerte, deren Realismus
atemberaubend ist, die aber dennoch nicht den ironischen Grundtenor
des Films niederwalzen.
Johannes Pietsch
Die
Muster einer idealisierten Welt, wie sie Disney stets beschwört,
stimmen nicht mit der Wirklichkeit überein – dies ist eine der charmant
vermittelten Botschaften des Films. Selbst Kinder, die an Adventure-Spielen
geschult sind, werden vom Tempo des Films nicht enttäuscht, aber
sie werden zugleich Augen machen, weil ihre schematische Playstation-Welt
plötzlich ins Wanken gerät. Bewusst nimmt der Film die notorische
Niedlichkeit von Disneys Kinderfilmen aufs Korn.
Oliver Rahayel
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