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Kinostart: 05/07/2001

Pequeno Dicionàrio Amoroso

 


Stab  
Regie Sandra Werneck
Drehbuch Paulo Halm, José Roberto Torero
Produzenten Sandra Werneck, Marc Beauchamps, Bruno Wainer
Ausführender Produzent Alvarina Souza e Silva
Kamera Walter Carvalho
Musik Joao Nabuco, Ed Motta
Ausstattung Claudio Amaral Peixoto
Kostüme Pedro Sayad
Schnitt Virginia Flores
Ton Silvio Da-Rin
Besetzung
Luiza Andréa Beltrao
Gabriel Daniel Dantas
Marta Monica Torres
Barata Tony Ramos
Alaor Jose Wilker
Bel Glória Pires
und in einer Gastrolle Marcos Winter

Brasilien - 35mm - Farbe - Dolby Stereo - 91 Min. Eine Produktion von CINELUZ und LUMIERE LATEINAMERIKA

 


Ausgerechnet auf dem Friedhof müssen sich Luiza, die Architektin (Andréa Beltrao) und Gabriel, der Biologe (Daniel Dantas) begegnen.
Sie versucht Denkmäler zu fotografieren. Er beobachtet einen Käfer und rennt ihr ins Bild.

So beginnt eine Liebe, die das größte Glück verspricht.
Vor der Kulisse Rios entfalten sich die Stationen der Verliebtheit der beiden Cariocas, mal im Restaurant, dann in der Diskussion mit der besten Freundin oder dem besten Freund. Luiza fühlt sich im siebten Himmel, hat aber Angst vor ihren eigenen Gefühlen und davor, enttäuscht zu werden.

Gabriel wundert sich, dass er sich so schnell verliebt hat, wo er sich doch erst von seiner Frau getrennt hat. Schließlich wird die gemeinsame Wohnung gestrichen, und Exotik, Erotik und Leidenschaft läßt beide sicher sein, den Partner fürs Leben gefunden zu haben.

Doch wie so oft schleicht sich nach einer Weile Routine in den Alltag, die Anziehung läßt nach und ihre Freunde Marta (Monica Torres) und Barata (Tony Ramos) finden sich bestätigt, dass die Liebe nicht von Dauer ist. Es kommt zuerst zur Krise, dann schließlich zur Trennung.
Und am Ende müssen aber doch alle zugeben, dass es noch einen kleinen Unterschied zwischen Mensch und Tier gibt, nämlich die Fähigkeit zur Reflexion und zu wahren Gefühlen. Und auch Luiza und Gabriel werden wieder ein Paar, wenn auch nicht gemeinsam.

 

Der Film skizziert episodenhaft die Stationen einer Liebe und zeichnet wie eine Stichwortsammlung die Romanze von Luiza und Gabriel auf. Heiter und witzig, von "Amor" bis "Zero" spannt sich der Bogen über Anziehung, Erotik, Liebe, Idylle, Zweifel, Verletzlichkeit und Trennung.

Verstärkt wird der ironische Charakter durch Kommentare der Freunde von Luiza und Gabriel, wie Marta, die mit scheinwissenschaftlichen Statements die Liebe in Prozenten erfaßt, oder wie Gabriels Freund Barata, der die Liebe nur biologisch betrachtet.

Der Erzählmodus wechselt leichtfüßig von Szene zu Kommentar und gibt dem Film eine ungewöhnlich coole Note. Humorvoll, immer mit einem Schmunzeln erzählt Sandra Werneck von den Unzulänglichkeiten der Liebe und Ehe, aber auch von der Unmöglichkeit von ihr zu lassen.
"Denn die Ehe ist wie eine Caipirinha: Alle wissen, dass man davon einen Kater bekommt, aber keiner kann widerstehen!"

"Das kleine Buch der Liebe" wurde zu einem großen Erfolg in Brasilien und markiert eine Wende in der brasilianischen Filmkultur. Dank Steuernachlässen und wirtschaftlichem Aufschwung ist der Weg für die neue Generation von Filmemachern endlich frei geworden, wieder Filme drehen und produzieren zu können.

Ein Mann und eine Frau lernen sich kennen, verlieben sich, erleben die Unbillen des Alltags und trennen sich wieder. Eine Art filmisches Liebestagebuch, das weniger eine besondere Geschichte erzählen als repräsentativ eine zwangsläufig scheiternde Liebe vorführen will. Dabei reden die Figuren oft in die Kamera und geben Alltagsweisheiten preis, die nur gängige Klischees auflisten. Die Vorhersehbarkeit der Geschichte und ihre schematische Abhandlung in Kapiteln nehmen dem Film trotz charmanter Ansätze in Dialogen und Darstellung weitgehend die Spannung.
Oliver Rahayel

 

Bereits in den Kinos:

 

Departure von Yosuke Nakagawa
Porträt japanischer Jugendlicher um
drei Freunde, die ein letztes Mal
zusammen weggehen

Presque Rien, von Edward Yang

Yi yi, von Edward Yang
Beste Regie, Internationale Filmfestspiele Cannes 2000

Intimacy
der preisgekrönter Film von
Patrice Chereau. Sehen Sie hier ein Interview mit dem Regisseur,
sowie Kritiken aus deutscher und französischer Sicht...

Vatel, von Roland Joffé
sehen Sie hier ein Dossier zum Film, sowie ein
exklusives Interview mit Gérard Depardieu...

Black Box BRD, von Andres Veiel
der Dokumentarfilm berichtet
über zwei gegensätzliche Biographien:
Wolfgang Grams und Alfred Herrhausen
und den Terror des deurschen Herbstes...