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Philippe Bober,
Gründer der in Berlin sitzenden Firma The Coproduction Office, gelangte
über den chinesischen Regisseur und Produzenten HAN Jian Wei in
Kontakt mit der sogenannten 6. Generation chinesischer Filmemacher.
HAN Jian Wei,
der in Deutschland Film studiert hat, schickte Bober regelmäßig
VHS-Kassetten und Lebensläufe chinesischer Filmemacher nach Berlin.
Und Lou Ye erschien beiden als eines der vielversprechensten Regietalente
der Gruppe.
Im September
1998 bereitete Lou Ye das Spielfilmprojekt PURPLE BUTTERFLY vor,
an dem sich Philippe Bober als Koproduzent beteiligen wollte.
Das Projekt sollte im Oktober auf dem Filmfestival in Pusan vorgestellt
werden.
Um die Präsentation vorzubereiten, reiste Philippe Bober nach Peking.
Im Schneideraum sah er das erste Material von Lou Yes letztem -illegal
in Shanghai gedrehten- Projekt, das noch nicht fertiggestellt war
und dem eine Post-Produktionsfinanzierung fehlte:
SUZHOU RIVER.
Schnell entschied
Bober, sich an SUZHOU RIVER zu beteiligen.
Gemeinsam schnitten Lou Ye und Philippe Bober einen 15 minütigen
Trailer, den sie statt PURPLE BUTTERFLY auf dem Filmfestival in
Pusan präsentierten.
Die ersten Partner fanden sich schnell: Hubert Bals Fund (Rotterdam
Filmfestival) und das Göteborg Filmfestival.
Im Dezember
wurde der Schnitt von SUZHOU RIVER nach Berlin verlagert.
Anhand des bereits vorhandenen Materials erarbeiteten Lou Ye, Philippe
Bober und HAN Jian Wei, der mittlerweile als Associate Producer
bei SUZHOU RIVER eingestiegen war, das Buch für den weiteren Dreh.
Erst in dieser Phase entstand die Figur des Erzählers, die Verschiebung
der Zeitebenen und die Etablierung von Moudan und Meimei als 2 Frauenfiguren.
Zusätzlich wurde ein 40 minütiger Trailer geschnitten, den Philippe
Bober im Januar 1999 auf dem CineMart in Rotterdam vorstellte.
Aufgrund der
dort getätigten Pre-Sales war die Finanzierung nun gesichert, und
der für 10 Tage angesetzte Nachdreh konnte beginnen.
Das Material wurde anschliessend -wie beim ersten Mal auch- von
China nach Berlin geschmuggelt.
Dort entstand
in 6 monatiger Arbeit (mit Unterstützung der Dramaturgen Franz Rodenkirchen
und Brock Norman Brock) der Schnitt.
Die Associate
Producerin Susanne Marian stellte den Kontakt zu Jörg Lemberg her,
einem Absolvent der Ludwigsburger Filmhochschule, der die Musik
zu SUZHOU RIVER komponierte.
Außerdem wurde ein Musikverlag gefunden, der sich finanziell an
dem Projekt beteiligte.
Der Film wurde
im Herbst 1999 in Peking gemischt und anschliessend auf verschlungenen
Wegen wieder nach Berlin geschmuggelt, wo im Januar 2000 die erste
Kopie fertiggestellt werden konnte.
Kurz darauf feierte SUZHOU RIVER in Rotterdam seine Weltpremiere
und wurde mit dem TIGER AWARD ausgezeichnet.
SUZHOU RIVER,
der weltweit Erfolge feiert, wurde in seinem Entstehungsland jedoch
noch nicht gezeigt. Bis heute wartet Lou Ye auf die Freigabe durch
die chinesische Filmzensur.
Der
Fluss SUZHOU...
Der Fluss SUZHOU
wurde ursprünglich in der Ming-Dynastie (1368-1644) als Wasserstraße
für den Transport von Handelswaren vom Inneren des Landes in die
wachsende urbane Region von Shanghai gebaut.
Der Fluss ist
noch immer eine wichtige Transport-Verbindung zwischen Chinas Zentrum
und dem modernen Shanghai mit seinen 8 Millionen Einwohnern.
Er fließt durch Industrie-Komplexe in den Randgebieten der Stadt
und mündet in den
Huan-pu-Fluss im Zentrum von Shanghai.
Der Fluss ist heute durch Industriemüll und das Kloakensystem der
Abwasserkanäle schwer verseucht.
Er hat zwanzig Brücken, die Shanghai mit dem vorwiegend industriellen
Hong-ku-Distrikt nördlich und südlich dieser Wasserstrasse verbinden.
Die bekannteste ist die Waibaidu-Brücke in Shanghai, die 1907 von
den Briten erbaut wurde.
Ihre Berühmtheit resultiert vor allem aus der Tatsache, dass man
sie im Gegensatz zu anderen Brücken der Stadt ohne Wegegeld passieren
durfte.
Heute befindet sich die Waibaidu-Brücke, die auch von Fußgängern
benutzt werden kann, mitten im Herzen der modernen Stadt.
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