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Pynchons
Lebensentwurf verliert sich konsequent im Unbestimmten, Virtuellen.
Doch gerade dadurch entwickelt er eine sogartige Wirkung, wie ein
Schwarzes Loch, das keine Informationen nach aussen dringen lässt
und alles zu verschlingen droht. Ein P.-Experte hat sogar einmal
gesagt: ”Pynchon is so intensely private, that his very existence
has been called into question...” Der Film folgt den Orten von Pynchons
Biographie, die zufällig bis heute bekannt geworden sind und nimmt
Motive und Spuren aus den Romanen auf.
Thomas
Pynchon - A Journey into the mind of (P.) handelt vordergründig
von der Biographie des amerikanischen Schriftstellers Thomas Pynchon
- gleichzeitig ist es eine Reise in das literarische Universum und
damit in die Gedankenwelt von P.
Man
beginnt die Welt mit den Augen von Pynchon zu sehen, die Zeichen
auf seine Art zu entziffern, die einzelnen Elemente auf seine Weise
zu verknüpfen. Der Film schöpft sowohl aus dem Fundus seiner biographischen
Daten, wie auch aus dem Fundus der Figuren, Orte und Spuren seiner
Romane.
Wie
P. seinen Romanhelden in ”Die Enden der Parabel” auf die Suche nach
jener sagenhaften V2-Rakete mit der Seriennummer 00000 schickt,
versucht auch der Film verschiedene Muster der Figur (P.) aufzuspüren:
Themen wie: Verschwörung, Gegenverschwörung, Geschichte, Zeichen,
Raketentechnologie, Manipulation. Dazu gehören aber auch die Orte,
an denen P. einzelne Abschnitte seines Lebens verbracht hat. Der
Film nimmt die Spur von P. in Oyster Bay auf, jenem Ort auf Long
Island, ca. 1 Stunde von New York entfernt, in welchem P. in einer
gutbürgerlichen und etwas puritanischen Welt aufgewachsen ist. Das
Elternhaus des Schriftstellers in Oyster Bay wird ausfindig gemacht,
in welchem der neue Besitzer bei Renovierungsarbeiten in einem Zwischenboden
auf alte Kinderzeichnungen gestossen ist, die auf der Rückseite
mit “Tom" unterschrieben worden sind.
Ein
weitere Station ist Mexico City. Nach Mexico City zieht P. nach
seinem Studium, weil das Leben dort billiger ist. In Mexico- City
hat sich P.’s Leben an einem Tag im Jahre 1963 entscheident verändert.
Als sein erster Roman "V" erscheint und wie eine Bombe in der literarischen
Welt einschlägt, schickt die New York Times, die einen Artikel über
P. schreiben möchte, einen Fotografen nach Mexico, um P. zu fotografieren.
Der Fotograf trifft im angegebenen Hotelzimmer einen jungen Mann,
der ihm sagt, P. werde in einigen Stunden zurück sein. Als der Fotograf
zurückkommt, um das Foto zu machen, ist das Zimmer geräumt. Dieses
Ereignis markiert einen entscheidenden Einschnitt in P.’s Leben.
Er verweigert sich diesem ersten offiziellen Foto und verschwindet.
Bis heute gibt es kein autorisiertes Foto von ihm.
In
Mexico reist P. in Richtung Norden, nach Guanachuato. Die Stadt
ist durch die Silberminen reich geworden und hat eine ungewöhnliche
Struktur. Die Flüsse wurden umgeleitet und an deren Stelle Strassen
gebaut. Diese hat man dann unterirdisch durch ein System von Stollen
verbunden. Es gibt also eine Stadt unter der Stadt, zwei parallele,
miteinander kommunizierende Systeme. Das ist eines der Grundthemen
in P.s Romanen, in denen es immer wieder um Verschwörung und Gegenverschwörung
geht.
Und schliesslich nimmt der Film P.’s Spuren noch in New York auf,
dem Zentrum der amerikanischen Kultur und der Literatur. In der
Public Library von New York soll P., seine Recherche zu seinem ersten
Roman "V" durchgeführt haben. New York ist aber vor allem auch die
Stadt in der P. heute unerkannt lebt, untergetaucht in der Masse
von Menschen dieser Millionenmetropole. Man könnte an ihm auf der
Strasse vorbeigehen, ohne ihn zu erkennen.
Warum hat sich P. dazu entschlossen unterzutauchen? Aus einer momentanen
Laune heraus?
Vielleicht weil er sich dem literarischen Rummel nicht gewachsen
fühlte. Vielleicht weil er instinktiv merkte, dass seine Person
nichts mit seinen Romanen zu tun haben sollte. Vielleicht weil er
durchschaute, dass der Autor lediglich ein "ideologisches Konstrukt"
darstellte. Aber vielleicht hatte er auch wirklich Angst vor dem,
was er in seinen Romanen beschreibt.
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