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| Gaston
Chaissac. Foto © Georges Héraut. |

| Gaston
Chaissac, Armée fantastique et enfant, 1958. ŠADAGP,
Paris 2000, Foto DR. / Jeu de Paume |

| Gaston
Chaissac, Le Roi Bleu, 1944. ©ADAGP, Paris 2000,
Foto DR. / Jeu de Paume |
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- Gaston
Chaissac (1910-1964)
Gaston Chaissac teilte den ,,Ehrgeiz Dubuffets, zu zeichnen
wie ein Kind", denn ,,die Zivilisation ist auch einer
der Hauptgründe für den Tod des Kindes im Menschen"
Chaissac, ein unermüdlicher Experimentator,
der sich jeder endgültigen Definition entzieht, ein
außerordentlicher Verwender gefundenen Materials und
kreativer Künstler, Maler, Bildhauer und Schriftsteller,
ist eine der verkanntesten und legendärsten Figuren
der französischen Kunstszene der Nachkriegszeit. Durch
seine Marginalität und seine Ablehnung des Kunstbetriebs
ist er auch zu einer der freiesten, komplexesten und provokativsten
Figuren der Kunstwelt seiner Zeit geworden. Sein poetisches,
tragisches und aufmüpfiges Werk war unter den ersten,
die Kunst und Kultur als solche in Frage stellten und somit
bereits zahlreiche zentrale Themen der zeitgenössischen
Kunst formulierten.
Chaissac wird 1910 als Kind einer armen Familie im Burgund
geboren. 1937 entdeckt er die Kunst durch den Kontakt mit
den Malern Otto Freundlich und Jeanne Kosnick-Kloss, die
in Paris im gleichen Haus wie sein Bruder wohnen und ihn
großzügig unterstützen und ihm die Türen
zur Welt der Künstler öffnen. Während des
Krieges wird er protegiert von André Lhote, Albert
Gleizes und dessen Frau, die ihn u.a. mit André Bloc
und Aimé Maeght bekannt machen. Er entdeckt Picasso,
Braque und Matisse, doch er ist auch einer der wenigen,
die die Bedeutung des Werkes von Paul Klee erkennen.
Misstrauisch gegenüber dem Pariser Kunstpublikum, das
ihn alle 10 Jahre neu entdeckt, um ihn dann wieder zu vergessen,
zieht er sich zurück, nachdem seine Frau eine Stelle
als Lehrerin in der Vendée bekommt. Doch sein Talent
als Briefeschreiber erlaubt ihm, ein komplexes Netz von
Beziehungen mit der Welt der Künstler und Schriftsteller
aufzubauen. Krank und enttäuscht stirbt er 1964, als
er langsam internationalen Ruf erlangt. Auch heute noch
interessieren sich zahlreiche Künstler für Chaissacs
Werk: Baselitz, Alechinsky, Corneille, Combas... "
Von
der rustikalen Moderne zur Prinzenkrone des Art
Brut
Eine Zeit lang lässt sich Chaissac
mitreißen vom Abenteuer des Art Brut, für das
sich Dubuffet ab 1948 einsetzt. Doch trotz aller Nhe
und allem Eifer, mit dem er anfangs seine Werke in diesem
Rahmen ausstellt, sind die Ziele des Art Brut ihm letztlich
fremd. Chaissac sieht darin in erster Linie eine Möglichkeit,
seinen Werken ein Publikum zu verschaffen, doch er sieht
sich bald als Gefangener eines Systems, das seinen Zielen
nicht entspricht: ,,Ich bin Vendéen, Schuster,
Surrealer, Maler und Poet." Später sagt er humorvoll:
,,Ich habe meine Männchen einfach als rustikale
Moderne bezeichnet. Dubuffet, der viel gebildeter
war, sprach von Art Brut, das Wort war schliesslich in
aller Munde und ich hatte das Nachsehen." Dubuffet
wies später, als der Art Brut seinen theoretischen
Überbau gefunden hatte, darauf hin, dass Chaissac
so wenig wie er selber ein Künstler des Brut sei.
(Text in Zusammenarbeit mit der Galerie nationale du
Jeu de Paume, Paris) .
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Gaston Chaissac, Le Baratin à l'eau de morue,
Detail, 1960. Galerie L.Carré & Cie. ©ADAGP,
Paris 2000, Foto DR. / Jeu de Paume |
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Ausstellung
Gaston Chaissac 
11. Juli bis 29 Oktober 2000, Galerie nationale du
Jeu de Paume, Paris In 350 Werken werden die avantgardistischsten
Aspekte des Werks von Chaissac präsentiert: Wiederverwertete
Objekte, Totems (als Figuren bemalte Holzbretter) und
Collagen aus Tapetenabfällen. .
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Petit
Pierre und sein Karussel
©
Caroline Bourbonnais |
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| Das
berühmte Karussel von Pierre Avezard, in der "Fabuloserie". |
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- Pierre
Avezard,
genannt Petit Pierre (1909-1992)
Das Karussell von Petit Pierre ist
ein ganz außerordentliches Werk, das sich mit den
Meisterstücken der Compagnons du tour de France
(der französischen Handwerksgesellen auf Wanderschaft
- A.d.Ü.) vergleichen lässt. (...) Das Werk von
Petit Pierre ist das Werk eines Lebens, ein Volkslied, ein
romancero, eine Ballade aus gestanztem Blech, Draht,
leuchtenden Farben. Und der Künstler zeigt damit seinem
schlimmen Dasein als Behinderter, als einfachster Proletarier
eine lange Nase.
Pierre
Avezard, taubstumm, auf einem Auge blind, klein und mager,
war Zeit seines Lebens Kuhhirte und später Holzfäller
auf einem Bauernhof im französischen Departement Loiret.
Ab 1937 beginnt er, im Stall des Bauernhofs sein Karussell
(manège) aufzubauen, was ihm nicht nur erlaubte,
besonders brave Kühe mit Rüben zu belohnen, sondern
ihn auch vor den Schlägen und derben Späßen
der Kollegen schützte, da er sich sein Bett einfach
unter einem Balken aufhängte.
1955 baut er sich dann ein Lehmhaus. Auf einem Fleckchen
erde mit einem Häuschen, das er von seinem Arbeitgeber
erhalten hat, errichtet er einen 23 Meter hohen Eiffelturm
aus Holz. Als sich immer mehr Karussells und bewegliche
Figuren dazugesellen, kommen schließlich auch mehr
und mehr Besucher. 1970 umfasst das inzwischen von einem
Elektromotor angetriebene Werk mehr als hundert bemalte
Figuren aus gestanztem Metall, verbunden durch eine mechanische
Fernsteuerung, die Petit Pierre aus seiner Kabine mit einer
gewissen Bosheit bedient: Wasserstrahlen auf allzu neugierige
Besucher, Trommelschläge auf Blechdächer usw.
(...)
Nach einem ersten Schlaganfall, der zur halbseitigen Lähmung
führt, begibt sich Petit Pierre weiterhin jeden Sonntag
zu seinem Karussell, um es in Bewegung zu setzen und um
die immer zahlreicheren Zuschauer zu empfangen. 1982 gelingt
es einem eigens gegründeten Verein zu verhindern, dass
das Karussell durch den Bau einer Autobahn zerstört
wird. (...) Doch da das Kulturministerium nicht die nötigen
Mittel zur Verfügung stellt, verfällt das Karussell
langsam und wird von den Kindern des Viertels geplündert.
Mit der Unterstützung einer Unzahl von Freiwilligen
gelingt es Alain und Caroline Bourbonnais, das Karussell
vollständig abzubauen, zu versetzen und zu restaurieren.
Inzwischen ist es im Park La Fabuloserie in voller
Funktion zu bewundern.
(Aus: Michel Ragon Du côté de l'Art Brut,
Albin Michel)
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>Jean
Dubuffet, Fleury Joseph Crépin,
Raymond Isidore, Ferdinand
Cheval
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