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[Themenabend]
16. August ab 20.45
Uhr
Was
uns auf den Nägeln brennt: Der perfekte Körper
174 Min., ARTE F
In einer Zeit,
in der alle damit beschäftigt sind, ihre Sommerbräune auf den
optimalen Stand zu bringen, widmet Daniel Leconte die Sendung "Was
uns auf den Nägeln brennt" dem Thema Körper.
Mit Fitness-Studios und Schönheitssalons und seit einiger Zeit auch
mit Schönheitsoperationen soll jedem die Möglichkeit gegeben
werden, seinen Körper zu stylen und zu modellieren, überflüssiges
Fett und hässliche Polster abzuarbeiten und Falten zu glätten.
Sie bieten Lösungen
doch zu welchem Preis!
Um den Körper herum hat sich ein regelrechter Markt entwickelt. Viele
greifen tief in die Tasche, um einige Kilo zu verlieren und einige Jahre
jünger zu wirken. Sind Körper, Aussehen, Jugend und Schönheit
in unserer modernen Gesellschaft zu echten Werten geworden? Ist es heute
besser schön zu sein als intelligent? Werden erfolgreiche Karrieren
heute eher in Fitness-Studios als in Bibliotheken gezimmert? Triumphiert
die Körperkultur über die Kultur des Geistes? Kann diese Entwicklung
verallgemeinert werden oder hat nicht jeder letztendlich eine ganz eigene
Beziehung zu seinem Körper?
Als Diskussionsgrundlage werden zwei bisher unveröffentlichte Filme
gezeigt. Der erste entstand in Miami Beach und ist ein Streifzug durch
die Welt von Barbie und Ken. Thema der zweiten, in Frankreich gedrehten
Dokumentation ist das Verhältnis von Männern zu ihrem Körper.
>20.45 Uhr
Miami Beach
52 Min. (VPS: 20.45)
Dokumentation von Sylvianne Grisoni, Frankreich 2001

Kilometerlange Sandstrände,
türkisfarbenes Meer, Millionen von Palmen, junge, durchtrainierte,
braun gebrannte Männer und Frauen in der Sonne: Das ist Miami Beach.
Hier ist es besser, jung und schön zu sein, denn Hässliche haben
in dieser Welt keinen Platz.
Um ihren Körper zu stylen und sich Muskeln anzutrainieren, gehen
manche in Alis Fitnesskurs, den der gut gebaute Schwarze am Strand gibt.
Zwei einhalb Stunden lang herrscht geradezu militärische Disziplin;
Alis Anweisungen dulden keinen Widerspruch, und seine Schüler folgen
ihnen willig: "Man kommt wieder, um sich selbst zu überbieten,
man wird abhängig, will immer mehr.
Hier ist es besser, einen
tollen Körper zu haben als intelligent aber hässlich zu sein";
erläutert einer der Teilnehmer seine Motivation.

Katia hat sich für eine Schönheitsoperation entschieden: Mit
ihren 19 Jahren fand sie ihren Körper zu kindlich und wollte durch
eine Brustvergrößerung zu einer "richtigen Frau"
werden. In Miami Beach ist kein Mädchen ganz "naturbelassen",
alle jungen Frauen haben in Amerika Brustimplantate. Doktor Roskind nimmt
täglich bis zu drei Brustvergrößerungen vor. Er ist der
Meinung, diese Operation sei heute für jeden erschwinglich. Doch
viele müssen Kredite dafür aufnehmen.
Auch wenn einige einräumen, man sei in Miami Beach "ziemlich
oberflächlich", pflegen doch alle ihr Erscheinungsbild. Auch
die Französin Claudine, seit 15 Jahren in Miami ansässig, ist
dem Körperkult erlegen. Dem unerbittlichen Prozess des Alterns trotzt
sie, indem sie sich in Haute-Couture-Geschäften einkleidet: "Man
muss mit Anmut und Würde altern", sagt sie, "Man muss das
Altwerden akzeptieren, auch wenn es schwer fällt, weil man hier nur
schöne Menschen sieht."
Auch die Männer achten auf ihr Aussehen. Richard, 57 Jahre, fünf
Mal geschieden, hat endlich die Frau seines Lebens gefunden. Sie ist 30
Jahre jünger als er. Um seine Muskeln und seine Vitalität nicht
zu verlieren, hat er ein Geheimnis: ein "Lebenselixier". Nichts
auf der Welt könnte ihn dazu veranlassen, diese Hormonbehandlung
abzubrechen, auch nicht ihr Preis von etwa 13.000 Dollar pro Jahr.
In Miami Beach zählt nur das Äußere eines Menschen,
der Körper ist zu einer regelrechten Religion geworden, und von der
Schönheit hängt die Integration in die Gesellschaft ab. Steht
Miami Beach für das Amerika des 21. Jahrhunderts? Ist der Körperkult
nur in dieser Region und diesem Land so stark ausgeprägt? Wie steht
es um die Identität der durch Schönheitsoperationen völlig
umgemodelten und verwandelten Männer und Frauen? Hat man noch das
Recht, anders zu sein?
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>21.40
Uhr
Gesprächsrunde (1)
35 Min. (VPS:
21.40)
Diskussion
Studiogäste:
-Vincent Mac Doom
-Sissi Perlinger
-Maryse Wolinski
-Jürgen Drews
-Maurice Mimoun
-Linda Hardy
mehr zu den Studiogästen hier...
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Moderation: Daniel Leconte |
>22.20 Uhr
Mann o' Mann!
52 Min. (VPS: 22.20)
Dokumentation von Nicolas Pascariello, Frankreich 2001

Wir brauchen ihn zum
Laufen, zum Einkaufen, zum Telefonieren und zum Lieben. Kultobjekt für
die einen, einfache Hülle der Seele für die anderen - jeder
hat ein anderes Verhältnis zu seinem Körper. Ausgehend von dieser
Feststellung hat das Filmteam von Doc en Stock sieben Männer über
ihr Verhältnis zu ihrem Körper und damit zu sich selbst befragt.
Als erster gibt der Stripper Cérone Einblick in seine Seele, indem
er über seinen Körper spricht: "Mein Körper ist ein
Gegenstand, den ich vermiete, der aber nur mir gehört ." Allabendlich
zeigt er seinen perfekten Körper vor einem Publikum verzückt-hysterischer
junger Mädchen. Es stört ihn nicht, sich vor anderen nackt zu
zeigen: "Ich liebe meinen Körper, ohne narzistisch zu sein.
Ich habe so lange an ihm gearbeitet, bis er meinen Wünschen entsprach".
Für Daniel ist der Körper ein Schatz, den es zu schützen
gilt. Der Bodybuilder hat mit den Klischees der von morgens bis abends
in Bodybuilding-Studios schwitzenden Körper nur wenig gemein. "Muskeln
sind wie Diamanten, sie müssen von jeder Seite geschliffen werden."
Seinem Körper ordnet er alles unter, und seine Ernährung folgt
einer strengen Diät.
Eine ganz andere Einstellung
hat Albert. Der frühere Facharbeiter hat sich nie für seinen
Körper interessiert: "Zu meiner Zeit waren die Männer nicht
so eitel. Der Körper war zum Arbeiten da und weiter nichts."
Doch im Verlauf des Interviews gesteht Albert seine Angst vor dem Tod.
Jeden Morgen um 6 Uhr geht er schwimmen und jeden Nachmittag tanzt er
in einem Pariser Seniorenverein. Denn er weiß, dass sein Körper
die Voraussetzung für Autonomie und ein erfülltes Leben ist.
>23.15
Uhr
Gesprächsrunde (2)
35 Min. (VPS: 23.15)
Diskussion
Moderation: Daniel Leconte
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