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Was ist Mobbing?

Begriff: MOBBING
"To mob" (aus dem Englischen) bedeutet "sich auf etwas stürzen, über etwas/jemanden herfallen". Ursprünglich wurde der Begriff MOBBING von dem Verhaltensforscher Konrad Lorenz für aggressives Tierverhalten angewandt.
Anfang der 90er Jahre prägte der schwedischen Arzt und Psychologe Prof. Dr. Heinz Leymann als erster Wissenschaftler den Begriff MOBBING für das gleichnamige Phänomen in der Arbeitswelt:

"MOBBING ist der Prozess konfliktbelasteter Kommunikation am Arbeitsplatz, der sowohl zwischen Kollegen als auch zwischen Vorgesetzten und Untergebenen stattfindet, wobei die angegriffene Person unterlegen ist und von den anderen mindestens einmal die Woche über die Dauer von wenigstens einem halben Jahr lang systematisch mit dem Ziel angegriffen wird, sie auszugrenzen."


MOBBING ist keineswegs nur auf den Arbeitsplatz zu begrenzen. Es kann immer und überall dort auftreten, wo Menschen über längere Zeit (Monate und Jahre) sich in Gruppen zusammenfinden (Schule, Nachbarschaft etc.).

Was ist Mobbing ?

Der Psychologe Heinz Leymann führt 45 verschiedene MOBBING-Handlungen auf, die sich in 5 Hauptkategorien einteilen lassen:

Hauptkategorien:

- Angriffe auf die Möglichkeit, sich mitzuteilen
- Angriffe auf die sozialen Beziehungen
- Angriffe auf das soziale Ansehen
- Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation
- Angriffe auf die Gesundheit


Liste konkreter Mobbing-Handlungen nach Prof. Dr. H. Leymann:

1 Der Vorgesetzte schränkt die Möglichkeiten ein, sich zu äußern
2 Man wird ständig unterbrochen
3 Kollegen schränken die Möglichkeiten ein, sich zu äußern
4 Anschreien oder lautes Schimpfen
5 Ständige Kritik an der Arbeit
6 Ständige Kritik am Privatleben
7 Telefonterror
8 Mündliche Drohungen
9 Schriftliche Drohungen
10 Kontaktverweigerung durch abwertende Blicke und Gesten
11 Kontaktverweigerung durch Andeutungen, ohne daß man etwas direkt ausspricht
12 Man spricht nicht mehr mit dem/der Betroffenen
13 Man lässt sich nicht ansprechen
14 Versetzung in einen Raum weitab von den Kollegen
15 Den Arbeitskollegen wird verboten, den Betroffenen anzusprechen
16 Man wird wie "Luft" behandelt
17 Hinter dem Rücken des Betroffenen wird schlecht über ihn gesprochen
18 Man verbreitet Gerüchte
19 Man macht jemanden lächerlich
20 Man verdächtigt jemanden, psychisch krank zu sein
21 Man will jemanden zu einer psychiatrischen Untersuchung zwingen
22 Man macht sich über eine Behinderung lustig
23 Man imitiert den Gang, die Stimme oder Gesten, um jemanden lächerlich zu machen
24 Man greift die politische oder religiöse Einstellung an
25 Man macht sich über das Privatleben lustig
26 Man macht sich über die Nationalität lustig
27 Man zwingt jemanden, Arbeiten auszuführen, die sein Selbstbewußtsein verletzen
28 Man beurteilt den Arbeitsplatz in falscher oder kränkender Weise
29 Man stellt die Entscheidungen des Betroffenen in Frage
30 Man ruft ihm obszöne Schimpfworte oder andere entwürdigende Ausdrücke nach
31 Sexuelle Annäherungen oder verbale sexuelle Angebote
32 Man weist den Betroffenen keine Arbeitsaufgaben zu
33 Man nimmt ihm jede Beschäftigung am Arbeitsplatz, so daß er sich nicht einmal selbst Aufgaben ausdenken kann
34 Man gibt ihm sinnlose Arbeitsaufgaben
35 Man gibt ihm Aufgaben unter seinem eigentlichen Können
36 Man gibt ihm ständig neue Arbeitsaufgaben
37 Man gibt ihm "kränkende" Arbeitsaufgaben
38 Man gibt ihm Arbeitsaufgaben, die seine Qualifikation übersteigen, um ihn zu diskreditieren
39 Zwang zu gesundheitsschädlichen Arbeiten
40 Androhung körperlicher Gewalt
41 Anwendung leichter Gewalt, zum Beispiel um jemandem einen "Denkzettel" zu verpassen
42 Körperliche Misshandlung
43 Man verursacht Kosten für den Betroffenen, um ihm zu schaden
44 Man richtet physischen Schaden im Heim oder am Arbeitsplatz des Betroffenen an
45 Sexuelle Handgreiflichkeiten

 
Parallel zur Ausstrahlung des Themenabends stehen Spezialisten zur Verfügung, um Zuschauerfragen zu beantworten.
Auch per Telefon:
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