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Jules liebt
Catherine, Jim liebt Catherine, und Catherine liebt sie beide. Doch
das ist nur der Anfang. "Jules und Jim", François Truffauts Klassiker
aus dem Jahr 1961, erzählt melancholisch und heiter zugleich die
Geschichte dieser Menage à trois mit Jeanne Moreau und Oskar Werner
in den Hauptrollen.
Jules, ein junger
Deutscher, und Jim, ein junger Franzose, lernen sich vor dem Ersten
Weltkrieg im Pariser Künstlerviertel kennen. Auf ihren Streifzügen
durch die Stadt treffen die beiden Catherine und sind fasziniert
von dieser unberechenbaren und leidenschaftlichen Frau. Catherine
liebt sie beide, doch fühlt sie sich mehr von dem etwas linkischen
Charme Jules' angezogen. Noch vor Kriegsbeginn heiratet Catherine
Jules und geht mit ihm nach Deutschland. Der Krieg trennt die Freunde.
Als Jim die beiden nach dem Krieg in deren Domizil im Schwarzwald
besucht, erkennt er, dass die Ehe unglücklich verläuft, und Catherine
enttäuscht ist. Die alte Leidenschaft zwischen Catherine und Jim
flammt wieder auf.Um
seine Frau und den Freund nicht ganz zu verlieren, duldet Jules
ihr intimes Verhältnis in seinem Haus.
Zu Catherines
großer Enttäuschung, bleibt die Verbindung zwischen ihr und Jim
kinderlos. Als dieser wieder nach Paris geht, ahnt Catherine, dass
sie ihn für immer verlieren wird. Durch einen Zufall begegnen sich
die drei Freunde Jahre später wieder, jedoch haben sich die Vorzeichen
inzwischen geändert. Catherine spürt, dass sie endgültig verloren
hat. Ohne Liebe allerdings hat das Leben für sie keinen Sinn mehr.
Nach einer Spazierfahrt steuert sie den Wagen, mit Jim an ihrer
Seite, vor den Augen Jules' in die Seine.
Auf der Suche
nach einer, seiner Meinung nach wichtigen Rolle für Jeanne Moreau
fand François Truffaut in dem Roman von Henri-Pierre Roché den geeigneten
Stoff, um ihre Persönlichkeit endlich angemessen herausstellen zu
können. In der Rolle der Catherine dient sie als Katalysator zwischen
Freunden, die durch den 1. Weltkrieg aufgrund ihrer unterschiedlichen
Nationalität eigentlich zu Feinden werden sollten, deren enge Bindung
aber nicht nur den Krieg, sondern auch die wechselnde Bevorzugung
durch Catherine verkraftet.
Catherine ist
nicht besonders hübsch, noch intelligent, .., aber sie ist eine
richtige Frau..., die wir lieben... und die alle Männer begehren,"
beschreibt sie Jules, der junge Deutsche. Der Film ist nicht nur
eine feinsinnig gesponnene Schilderung einer Menage à trois, die
sich zeitweilig um einen vierten, den Maler Albert, erweitert, er
ist vor allem auch ein schillerndes, filmisches Spiel mit verschiedenen
Ebenen, mit Widersprüchen und Parallelen, einem Merkmal fast aller
Truffaut-Filme.
Wie auch in
anderen seiner Filme nutzt Truffaut in "Jules und Jim" das Stilmittel
des parallelen Kommentars, der sowohl ironische Distanz wie Kontrast
zu den Bildern darstellt, dabei aber nie die Leichtigkeit der Inszenierung
beeinträchtigt. Truffaut selber bezeichnete seinen Film, der einer
seiner berühmtesten werden sollte, als "heiter", trotz des tragischen
Endes. Für Jeanne Moreau und Oskar Werner, beide drehten später
weitere Filme mit Truffaut, bedeutete "Jules und Jim" eine Neuorientierung
ihrer Karrieren. Es war Truffaut, der als erster ihre schauspielerische
Persönlichkeit entdecken und angemessen in Szene setzen konnte.
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