[Intelligenz]
   
Künstliche Intelligenz
Eine Reportage von Tilman Brucker
ARTE, Deutschland 1999

Donnerstag, den 08.07.99, 20.15 Uhr

Wenn Emo traurig oder aufgeregt ist, sieht man ihm das an – man sieht es an den Kurven auf seinem Bildschirm:
Emo ist ein Computerprogramm, die Schöpfung des Bamberger Psychologen Dieter Dörner. Der Computer – ein sensibles Wesen? Niemand bezweifelt, daß Computer zu einer Reihe von Intelligenzleistungen fähig sind: Der Schachweltmeister Deep Blue ist beispielsweise ein Rechner. Aber können Computer lieben, stolz auf ihre Leistungen sein, haben sie ihre eigenen Träume – kurz: Haben sie Gefühle?

Selbst im Zeitalter der virtuellen Realität und des Tamagotchis sind viele skeptisch, wenn einer Maschine aus Silizium und Festplatten die Fähigkeit zu gleichen Emotionen zugesprochen wird wie einem Menschen aus Fleisch und Blut. Der Bamberger Psychologe Dieter Dörner ist jedoch überzeugt, daß auch die intensivsten menschlichen Gefühle letztendlich nichts als Verknüpfungen von Informationen sind. Nach dieser Theorie ist es nur logisch, daß auch der Computer als Experte auf dem Gebiet der Informationsverarbeitung Gefühle haben kann. Darum hat Dieter Dörner das Programm PSI entwickelt - einen Bauplan für das Gefühlsleben der Computer.

Weiterführende Informationen

LINKS

D. Dörners neues Forschungsprojekt
Sind Seele, Gefühl und Selbstbewußtsein in einem Computer denkbar?
Kontakt:
dietrich.doerner@ppp.uni-bamberg.de


BIBLIOGRAPHIE

Dietrich Dörner,seit 1979 Professor für Pyschologie in Bamberg, forscht über kognitive Psychologie, Denken und Handlungstheorien. Vielen ist er bekannt als Autor des Buches "Die Logik des Mißlingens - strategisches Denken in komplexen Situationen" und des Computerspiels "NARA", in dem ein Spieler die Geschicke eines Dorfes in der Sahelzone in Westafrika lenken kann. 1998 erschien
Bauplan für eine Seele
Rowohlt, Reinbek; ISBN: 3498012886
Funktioniert die menschliche Seele wie ein Schachcomputer? Kann der Mensch als Ganzes, als stofflicher Organismus mit Seele, als eine hyperkomplexe Maschine gedacht werden? Ziel von Dörners Studie ist die Revision bestimmter Zentralbegriffe der Psychologie. Speziell in den Bereichen "Cognitive Science" und "Artificial Intelligence" versucht der Autor, Begrifflichkeiten zu bestimmen, die in der Psychologie mit "Motivation" und "Gefühl" umschrieben sind. 
Rezensionen 


Keller, Hubert B. , Weinberger, Thomas Maschinelle Intelligenz. VIEWEG VERLAG , 03/1995

Helbig, Hermann Künstliche Intelligenz und automatische Wissensverarbeitung. TECHNIK VERLAG , 01/1996
Expertensysteme, automatische Sprachverarbeitung , Modelle der Wissensrepräsentation, Automatisierung des intelligenten Schließens, automatische Problemlösung, logische und funktionale Programmierung. Prof. Dr. Hermann Helbig ist Leiter des Lehrgebiets "Künstliche Intelligenz" am Fachbereich Informatik der Fernuniversität Hagen.

Hille, Katrin    Die "künstliche Seele".
DEUTSCHER UNIVERSITAETS-V.  09/1997
Der Begriff "künstliche Seele" steht für ein Modell der psychischen Prozesse des Menschen und bedeutet, daß ein motiviertes, emotionales und denkendes Wesen durch ein Computerprogramm simuliert wird.

Expert Lexikon Künstliche Intelligenz. EXPERT VERLAG 01/1999
1300 Begriffe von A bis Z zum maschinellen Denken, für Lehre, Studium und Beruf.