Schwerpunkt: Nordirland | Die Soldaten der IRA

1. Teil
Vom Terror zur Politik
Mittwoch, 27. Januar 1999
(Länge: 54 Min.)

Der IRA-Häftling Bobby Sands starb am 5. Mai 1981. Er hatte sich zu Tode gehungert. Im "Maze", dem Gefängnis für die Terroristen der Irisch Republikanischen Armee (IRA), hatte er zusammen mit anderen die Essensaufnahme verweigert - sie kämpften darum, als politische Gefangene anerkannt zu werden. Sands hielt 66 Tage durch und starb als gewählter Abgeordneter für das Parlament von Westminster.

Es trat zu dieser Zeit eine paradoxe Entwicklung ein: Einerseits wurde der Kampf immer brutaler, andererseits entwickelte sich der politische Arm der IRA, Sinn Fein, immer weiter. Einer ihrer Wortführer war von Anfang an Gerry Adams, der die Partei heute führt. Die Stationen seines Lebenswegs ziehen sich durch die Dokumentation, die unter anderem von den brutalen Anschlägen in den 80er Jahren, den Waffenkäufen der IRA in Libyen und geheimen Verhandlungen berichtet.

Es werden Interviews mit IRA-Soldaten gezeigt, aber auch Politiker wie die ehemalige britische Premierministerin Magaret Thatcher kommen zu Wort. Sie sagte einmal: "Verbrechen ist Verbrechen ist Verbrechen, nicht Politik - Verbrechen." Heute ist man soweit, zu verhandeln, anstatt Bomben zu legen.


© 1999 ARTE G.E.I.E.