Lesereise
Liter@turwettbewerb
Die Gewinner - Jurybegründung
Innovationspreis
Den „Innovationspreis“ erhält das literarische Online-Tagebuch „tagebau
– Schreiben am Tag“ von Sabrina Ortmann und Enno Peter aus Berlin,
dessen Autoren sich unter dem Motto „Mein Pixel-Ich“ mehrere Wochen
lang Themen wie „Der Geburt einer virtuellen Existenz“, „Identität im
Internet“ oder „Vom Cyberflirt zum Flamewar“ zuwandten. Seine Innovationskraft
erhält dieses literarische Gemeinschaftswerk vor allem aus der Spannung,
die durch Rede und Gegenrede sowie die dazugehörigen Kommentare aufgebaut
wird, die so durch andere Kommunikationsformen, wie z. B. Briefwechsel
nicht erreichbar wären. Die Beiträge dieser „kreativen Kommunikations-Community“
werden durch Wochenthemen strukturiert, sodass die einzelnen Passagen
und „Erzählstränge“ auch später wieder leicht aufzufinden sind. Als
kleine Fußnote sein hierzu noch angemerkt, dass wir uns natürlich
auch darüber gefreut haben, dass der „tage-bau“ durch französische Textpassagen
und literatische Zitate, z.B. von Mallarmé, dem deutsch-französischen
Charakter von ARTE Rechnung getragen hat.
Essay-Preis
Der Essay-Preis geht an Georgina Rotter aus Basel,
die mit der Kurzgeschichte „Nomen
Sub“ eine überzeugende Schilderung einer subtil durchdachten Beziehung
zwischen Original und Klon, eingebettet in einen kohärenten und faszinierenden
Entwurf einer Klon-Gesellschaft eingebracht hat. Georgina Rotter gibt
dem Preis des Europäischen Kulturkanals ARTE auch die notwendige „Internationalität".
Des weiteren erhält den „Sonderpreis für die kreative Nutzung der medialen
Techniken“ „Das Epos der Maschine“ von Urs Schreiber aus Bochum, für
seine technisch und ästhetisch sehr überzeugende (Programmier)-Arbeit:
Ein optisch gelungener „Bildschirm(adaptierter)text“ mit schönen und
immer wieder überraschenden Effekten. Die etwas langen Ladenzeiten werden
belont, wenn man mit seiner Maus auf Erkundungsfahrt geht und sich Wörter
zu Bildern formen, ineinander zerfliessen und sich wieder entflechten.
Urs Schreiber hat sein Projekt in einem Interview mit dichtung-digital
als ein „kollaboratives Schreibprojekt eines Autors mit sich selbst“
bezeichnet; sozusagen eine Art „Auto-Interaktivität“.
Den „Sonderpreis für die kreative Nutzung der
medialen Techniken" erhält „Das
Epos der Maschine" von Urs Schreiber aus Bochum, für seine technisch
und ästhetisch sehr überzeugende (Programmier)-Arbeit: Ein optisch gelungener
„Bildschirm(adaptierter)text" mit schönen und immer wieder überraschenden
Effekten. Die etwas langen Ladenzeiten werden belont, wenn man mit seiner
Maus auf Erkundungsfahrt geht und sich Wörter zu Bildern formen, ineinander
zerfliessen und sich wieder entflechten..
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Die Gewinner
- Enno Peter (Informatiker und Autor, 33) und Sabrina Ortmann
(Journalistin und Autorin, 28) sind die Herausgeber des seit 1998 im
WWW existierenden virtuellen Salons Berliner
Zimmer, in dessen Rahmen auch der tage-bau erscheint. Die Autoren
des "tage-bau" sind sowohl professionelle Schriftsteller als auch Amateure.
Es entsteht ein gemeinsames literarisches Tagebuch, das hauptsächlich
von Deutschland, Österreich und der Schweiz aus fortgeschrieben wird.
Zum Teil leben die Autoren aber auch in anderen Ländern, wie zum Beispiel
aus Laos.
Mein Pixel-Ich: "tage-bau,
Schreiben am Tag"
ist ein literarisches Online-Tagebuch, an dem derzeit über 40 Autoren
und Autorinnen aus unterschiedlichen Ländern teilnehmen. Einige sind
bereits seit dem Start des Projektes im November 1999 dabei. Es geht
dabei um Bezugnahmen, Gedanken, etc. auf aktuelle Geschehnisse, möglich
ist aber auch freie oder private Literatur, die einen erkennbaren
Bezug zu dem aktuellen Tag erkennen lässt. Ab dem 13. August 2000
schreiben die Teilnehmer für den Arte-Literaturwettbewerb über das
Thema "Mein Pixel-Ich", wobei für jede Woche ein neues Unterthema
vereinbart wird. Die Beiträge reflektieren somit literarisch das Leben
ganz verschiedener Menschen unterschiedlichster Herkunft im Netz unter
wechselnden Aspekten. Der "tage-bau" ist also ein literarisches Online-Tagebuch,
dass nicht nur online erscheint, sondern auch das Online-sein, Vernetzt-sein
thematisiert.
- Georgina ROTTER
1999 B.F.A. in Film und Video am California Institute of the Arts in
Kalifornien, USA. Weiteres Studium an der selben Institution geplant.
Es liegen 17 abgeschlossene Video- bzw. Filmprojekte vor. >Schreiben
von Kurzgeschichten und Gedichten: u.a.kurzer Western, subjektivistisches
Portrait zweier Filmemacherinnen, modernes Märchen, surrealistisches
Kurzdrama, fiktive Dokumentation über zwei ex-süchtige Idealisten.
"Ich
ist mein Klon."
Beziehung zwischen einem Original und einem Klon in einem korrupten
Staat und einer degenerierten Gesellschaft.
- Urs Schreiber
Physikstudent, Hobbyprogrammierer
Epos
der Maschine:
Der Betrachter taucht, die Hand an der Maus, in den Text, der ihm entgegenströmt,
sich windet und verschwindet. Der Mauszeiger wird zum Großen Kommunikator
zwischen Mensch und Maschine. Ersterer sitzt nicht passiv da und läßt
sich von letzterer bestrahlen sondern ersterer verschmilzt mit der Geschichte,
deren Ablauf er nicht allein mit den Augen, sondern mit seiner kompletten
Schnittstelle verfolgt, sozusagen breitbandverlinkt mit dem Medium,
also mit letzterer...
Alle anderen Wettbewerbsbeiträge
- Andreas Kneib:
Ich werde 35 Jahre alt, Privatier und Vater zweier Kinder. Ich habe
schon in einer Literaturzeitschrift veroeffentlicht, beschaeftige mich
jetzt jedoch mit dem Netz und seinen Moeglichkeiten.
"Kneibs Notizen":
Jede Woche erscheint in 'Kneibs Notizen' eine Kolumne mit Themen die
mich in den letzten Tagen bewegt haben. (Fast) jeden Tag erscheint das
'Diary' mit kurzen Notizen.
- Dr. Goedart Palm
Freier bis unfreier Schriftsteller, im Netz unter anderem für www.telepolis.de,
zyn.de, politik-digital. Referent auf der diesjährigen Baseler viper
2000 zum Thema "Informationskrieg und Zeitherrschaft". Promotion im
Staatsrecht.
Das
Gegennetz:
Das Werk beschreibt sich hoffentlich selbst. Im Übrigen herrscht im
Werk der tiefste Unglaube gegenüber der "Netzkunst", also vielleicht
handelt es sich um eine mehr oder minder zynische Affirmation. Mein
Gott, Sie sind die Jury...
- Johannes Auer
geb. 1962, lebt und arbeitet in Stuttgart. Als Frieder Rusmann auch
Kopf der Stuttgarter Kuenstlergruppe DAS DEUTSCHE HANDWERK bis zu seinem
Ende. Ausstellungen, seit 1996 [kollaborative] literarische und kuenstlerische
Netzprojekte z.T. mit Reinhard Doehl und Martina Kieninger. Texte zur
Netzliteratur: Lesen und Schreiben im Internet, 1997; Der Leser als
DJ - oder was Internetliteratur mit HipHop verbindet, 1999; 7 Thesen
zur Netzliteratur, 2000.
Mein
Pixel-Ich:
Das Pferd am Handy das pferd verhaelt sich zum handy wie mein pixel
zum ich - oder anders ausgedrueckt: "the medium is the message" ist
so erhellend wie die aussage: "das pferd ist der transport"
- Odile Endres
Germanistin, Computerlinguistin, Schriftstellerin. WORD-ART.
Schöne
neue Bücherwelt: Gebeamt ! Flug in eine ungewisse Zukunft.
Der eingereichte Wettbewerbsbeitrag ist eigenständiger Erzählstrang
eines größeren Projektes (Jahrtausendwende). Handlung: Eine Dichterin
gerät in eine ihr unbekannte Welt.
- Jan Ulrich Hasecke,
geb. 1963, Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft in Köln,
von Beruf Texter. Seit 1996 im Internet literarisch aktiv. Ein Roman,
der als Fortsetzungsgeschichte im Sudelbuch gelaufen ist, erscheint
in Kürze als Book on Demand unter dem Titel: Die Reise nach Jerusalem.
Neben dem Sudelbuch leitet der Autor das GenerationenProjekt im Internet.
Gegennetz: Das
Sudelbuch :
Politische, philosophische und allzumenschliche Satiren, Essays, Aphorismen,
Gedanken, Gedichte und Kurzgeschichten. Das Sudelbuch erscheint als
Website und per E-Mail. Zur Zeit erhalten 315 Leser die Sudeleien
per E-Mail. Hier ist ein fester Leserstamm entstanden, der auch regelmäßig
auf die zugesendeten Sudeleien per E-Mail reagiert. Diese Rückmeldungen
sind mir sehr wichtig, zeigen Sie doch, ob ein Text auf den Punkt
gekommen ist oder nicht. Das Sudelbuch ist ohne das Internet, ohne
den schnellen und direkten Kontakt zum Leser nicht denkbar. Der Begriff
Gegennetz ist eine Tautologie, das Netz widersetzt sich immer schon
den Machtverhältnissen des etablierten Kulturbetriebs.
- Kyon
Berlin, Jahrgang 1953. Literat und Performancekuenstler. Seit 1997 im
Internet. Hat mit "Metatron"
am Zeit-Internetliteraturwettbewerb "pegasus 98" und mit "Anfurchtsmozor"
beim Ettlinger Literaturwettbewerb 1999 teilgenommen.
Mein Pixel-Ich:
Schlegel-Höfe:
Nachdem meine Wohnung Angang August vom Vermieter ohne Recht brutal
geräumt wurde, ziehe ich jetzt ins Internet. Komplett und physikalisch!
Wenn Sie wissen wollen, wie das geht, besuchen Sie meine Site! (Work
in progress, weil mit dem leben bin ich so schnell auch noch nicht
fertig!)
- Mark Schieferdecker
Ich bin 1977 geboren und Geschäftsführer des JL Verlags. Außerdem bin
ich Initiator des Projektes Junges Lektorat.
Schöne
neue Bücherwelt: neue literatur
Mein Beitrag verdeutlicht einfach die neuen multimedialen Möglichkeiten,
die die Literatur durch das Internet erlangt hat und noch erlangen
wird. Zentrale Themen sind die Unterstützung von Inhalt durch Musik,
die Möglichkeit dem Leser Entscheidungsfreiräume zu gewähren und die
Verwendung von Animation. Außerdem wage ich noch einen Blick in die
Zukunft der Verlagswirtschaft.
- Jörg Meyer
alias ögyr geb. 17.01.1964 in kiel, studium der physik und literatur.wissenschaft,
seit 1996 als freier journalist tätig (u.a. als ständiger freier mitarbeiter
der "Kieler Nachrichten"), weiterhin arbeit in einem eigenen layout.büro
(digitale druck.vorstufe)
MEIN PIXEL-ICH:
Schwungkunst
Ein literarisches netz.tage.buch vom 2.1.2000 bis 1.1.2001, daily.soap
im frame des netzes.
- Karin Graf-Braun, alias Kamahe
Literatin - real und virtuell vertreten - da ich noch nicht die Mittelpunktpixel
meiner Person geortet habe, sehe ich von einer Selbstdarstellung ab.
Zur Not könnte man im Internet einiges
über mich erfahren. Am 1.Nov.99 habe ich das Steirlit-Forum-Online
gegründet. Diese Gruppe diskutiert über Literatur, unterhält sich locker
über die kleinen und grossen Probleme dieser Welt. Aber das literarische
Werken steht im Vordergrund.
Steirlit-Forum:
Mein Pixel-ich:
Auf die Frage, die ich in der Sterilit-Maillinglist stellte, ob jemand
Lust hat am Arte-Wettbewerb teilzunehmen, haben sich fünf AutorInnen
gemeldet. Wir haben uns geeinigt, dass es einen längeren Anfangstext
geben wird und danach die einzelnen AutorInnen je 10-20 Zeilen weiterschreiben.
Der Zeitraum ist vom 12. August bis 15. September begrenzt. Neben
der Hauptstory "Mein-Pixel-Ich-'Netophrenie'" werden die kleinen Nebengeschichten,
die dazu über die Maillinglist laufen, stichwortartig dokumentiert.
Ebenso stellen sich die einzelnen AutorInnen mit Statements vor. Dies
alles kann man dann auf der Website verfolgen und erlesen.
- Ulrich Prietz
42 jahre, seit 1993 professional publisher und Vater, nach dem studium
der geographie beschäftigung mit computergraphik und internet, seit
anfang der achtziger fast jeden samstag als taxifahrer unterwegs.
Mein
Pixel-Ich: Love - Laptop on vehicle experience
das werk beschreibt die kenntnis einer person, vor der realen begegnung,
durch die neuen medien, ergänzt durch einen zufallsaspekt, der eine
einseitige reale visuelle betrachtung ermöglichte, und die daraus
sich entwickelnde verknüpfung zweier sich eigentlich völlig fremder
personen.
- Werner Stangl
http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/INTERNET/WEBMASTER/Webmaster.html
oder
http://www.stangl-taller.at/STANGL/WERNER/
cybersplitter:
BEGEGNUNGEN IM INTERNET
- Claudia Singer (Autorin)
1969: geboren in Bayern ; 1988: "Helden Künstler Kinder" -Uraufführung
(Feierwerk, München); 1989-1991: Moritaten und Sketche auf Straßenfesten
in und um München; 1992-1994 Lektorin für Reiseführer im OPS-Verlag;
1994: Journalistin in der Pressestelle der Fraunhofer-Gesellschaft;
1997: Kabarett mit dem Lesbenchor "Melodiva"; 1999: M.A. in Neuerer
deutscher Literatur, Thema: "Körperbilder im Dadaismus"; 2000: Online-Redakteurin
Heiko Balter,
Dipl.-Mediendokumentar (Gestaltung und Programmierung) Geboren 1967
in Hessen; Besuch der Fachoberschule für Gestaltung in Frankfurt Studium
an der FH in Hamburg; Arbeitet als Online-Redakteur in München
Das Ich ist mein Klon
Das Literatur-Projekt "www.denkimport.de"
ist eine fragmentierte Kriminalgeschichte, die die typischen Elemente
klassischer Internet-Präsenzen parodiert und das Verhältnis Autor/Netz/Leser
thematisiert. Die etwa 20-seitige Geschichte nutzt interaktive Elemente
und E-Commerce-Fiktionen. So ist es möglich, fiktive Bücher zu bestellen,
den Figuren zu mailen, ihnen Ratschläge zu geben und damit selbst
in die Handlung einzugreifen. Die Vorschläge der User werden von uns
nach und nach die Geschichte eingebaut, so dass sich die Handlung
und die Personen ständig verändern. Der Text der Autorin ist daher
als ein Projekt zu verstehen, das unendlich erweiterbar und dekonstruierbar
ist.
- Erni Regula
"Mein Pixel Ich" Geschichte
der Auslassungen - hyperiges Verwirrspiel um Sehen und Erkennen
- Annette Haug
Ich bin 34 Jahre alt und von Beruf Grafik-Designerin
Eine
Reise auf SCHIZOID BODY
Ein fiktives Gespräch in einem Multi User Dungeon Das Gespräch ist
ein Auszug über meine Diplomarbeit: "Das Internet - sozial-kulturell
betrachtet".
- Ines Speck-Habermann
Dunkles
Licht auf der netzhaut
- Klaus
Vor der Landwehr
Klaus Vor der Landwehr ist Jahrgang 1969 und lebt in der Nähe von Osnabrück
in Niedersachsen. Nach dem Abitur zunächst Zivildienst, dann das Studium
der Sprach- und Literaturwissenschaft. Erste spielerische Texte während
der Schulzeit, darauf kurze Erzählungen während des Zivildienstes. Das
Studium unterbrach zunächst jedes kreative Schreiben. Ab 1998 ernsthafte
Arbeiten in den Gattungen Roman, Kurzgeschichte, Erzählung, Lyrik etc.
Januar 2001: Veröffentlichung einer Kurzgeschichte in "Netzgeschichten
2", Anthologie des Verlags www.literature.de
Schöne
neue Bücherwelt: Der Mord in der Papierstraße
Ein Restaurateur wird im Jahr 2069 in eine Stadtbücherei bestellt;
Auf ein sehr altes Buch ist ein Mordanschlag verübt worden, aber die
Polizei ist nicht zuständig. Es kommt zu einer Sektion mit überraschendem
Resultat. Anmerkungen: Zahlreiche Kunstwörter einer fiktiven Zukunft
werden in einem Glossar erläutert. Der Text entstand ursprünglich
zum Thema "E-Books oder die Zukunft der Literatur/Bücher" (bei literatur.de);
für das Thema "Schöne neue Bücherwelt" erscheint er mir mindestens
ebenso geeignet. ( Nicola: unter dem oben aufgeführten Link findet
man auch den Text, ich weiss aber nicht, wie man einen "direkten"
Link dorthin legen kann)
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